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Je mehr aber die Menschen aus dem Zustande der ro-
hen. Kraft sich herausbildeten, desto mehr nahmen die Rechte
des Weibes zu, und wenn es auch noch lange nicht, nach-
dem die Völker zu einem stäten Lehen gekommen waren, dès
Landeigenthums fähig gehalten wurde !), so. vermehrte sich
doch die Masse der beweglichen Güter, von deren Besitz die
Frauen, der Natur der Sache nach, wohl schon ziemlich früh
nicht ganz ausgeschlossen waren, und somit ihre Güterrechte,
Jene. beweglichen Güter vermehrten sich besonders, als nach-
her durch die Entstehung der Städte Handel und Gewerbe
aufkamen. Unter einigen Germanischen Völkern hat auch
die Einführung des. Christenthums. auf die Rechte des weib-
lichen Geschlechts Einfluß gehabt, da dessen Priesterschaft mit
dem. Römisch-Justinianischen, einem ausgebildeteren Zustande
angehörigen, Rechte bekannt, und von allgemeinen Ideen der
Billigkeit, absehend vom besonderen .volksthümlichen Leben,
geleitet, durch ihren-Einfluß gewiß mit dazu beitrug, größere
Rechtsgleichheit des weiblichen und männlichen Geschlechts zu
bewirken. (In Dännemark ist dies aber nicht der Fall gez
wesen; denn unter der Regierung Svend Tveskjaeg's,
wo sich das Erbrecht der Weiber in Land schon durch Ge-
wohnheit gebildet hatte, und wohl nur vom Kötlge bestätigt
wurde, hatte, wie. bekannt, das Christenthum noch durchaus
nicht festen Fuß gefaßt.)
Diese veränderten Verhältnisse mußten nothwendig in
den Rechtsansichten des Volks über das Güterrecht der Ehe-
.
1) S. z. B. lex Auglor. t. 7. Stjernhoek de jure Sneonum p. 185;
verglichen mit der Sage, daß S v e n d Tveskjaeg den däni-
schen Frauen zuerst Erbrecht in Land gegeben habe, welches auf
einen früheren Zustand hinweist, wo dies noch nicht so war.

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