Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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Da der Wasserspiegel des großen Ploener Sees 4 Fuß 
höher liegt als der des kleinen Sees, so würde, der. gedache 
ten Fahrt wegen, unter der Brücke bei der vordersten Wache *) 
in den daselbst befindlichen Ausgußkanal eine Kastenschleuse 
. 
dunkelm und nebligtem Wetter den Weg zu finden, dürfte wol 
nicht s» sehr als erhebliche Schwierigkeit zu betrachten seyn, 
da sie alle vieluuehr durch eine kurze Erfahrung und Uebung 
beseitigt werden würden. Viel bedeutender scheirt der hohe 
Wellengong dieses meilenbreiten Wasserspiegels, der bei star- 
kem Winde dem Kanalbau und den Lichterfahrzeugen Gefahr 
und Untergang bringen könnte. Daneben können die Fahr- 
zeuge nicht am Ufer des Sees geschoben werden, sondern six 
müssen ihn durchsegeln. Hier trifft dieselbe Schwierigkeit ein, 
die späterhin bei der Verbindung zwischen Neumühlen und 
Kiel berührt wird , und so müssen denn entweder die Waaren 
entweder in Kiel und Neumühlen umgeladen oder auch die 
Fahrzeuge so eingerichtet werden, daß sie im offenen Wasser 
mittelst Segel und Steuer fahren können. Ersceres würde 
den Vortheil des Kanaltransports sehr vermiuderu, legteres 
aber ist keineswéges unmöglich. Auf der Elbe giebt es eine 
Mengé von Fahrzeugen mit plattem Boden, namentlich die 
sogenanntey . Ever, und nichts desto weniger segeln diese 
Fahrzeuge, ohne daß die Fahrt gefährlich wäre. Wahrscheinlich 
ersetzen die sogenannten Schwehrter, die an den Seiten nieder- 
gelassen werden können, den Kiel bei den Seeschiffen, und ein 
sachkundiger, hierüber befragter Mann ist der Meinung, daß 
vermittelst solcher Schwehrter und einer Erhöhung des Vordes 
am Vordertheile, durch ein Brett, den Kanalbarken die Fahrt 
durch den See nicht etwa nur möglich, sondern auch gefahrlos 
machen würde. (. 
Der geraden Fahrt wegen dürfte wol eher der Durchgang bei 
der hintersen Wache zu benutzen seon, doch mündet diese, so 
wie der von den Verfassern vorgeschlagene Durchgang in eine 
Vucht des großen Sees aus, die theils durch Seichtigkeit, 
theils aber durch Hemmung des Windes der Fahrt Hiudernisse 
iu den Weg legen dürften. Die Mühlenau dagegen mündet 
in den. ossenen Sce aus, so daß die Schiffer von hieraus selbst
	        

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