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tigsten Bestimmung des Pferdes, Kenntniß seiner Natur,
richtige Schätzung seiner Eigenschaften für diese Besiimmung;
sonach wären kundige Auswahl, Fortpflanzung und Behand-
lung zur Erreichung dieser Eigenschaften sonder Zweifel die
Hauptbedingungen sowol der Gründung als der Erhaltung
eines guten Pferdestammes; und sie sind auch die Bedingun-
gen, um das. Interesse der Pferdezucht und der Landwirth-
schaft zu vereinbaren.
Mehr noch als der Mecklenburger ist der Holsteiner auf-
gefordert, diesen Gesichtspunkt festzuhalten. War doch in
Holstein das Pferd von jeher das einzige‘ Arbeitsthier, ist es
geblieben und wird es bleiben müssen. Denn wie auch Ars
thur Young ~ Ehre übrigens seinem Andenken! ~ nach
seinem eingewurzelten Pferdehaß in Schmähungen wider die-
ses ädle Thier sich ergossen, so haben diese doch bei holsteis
nischen Landwirthen nie Eingang gefunden. Und, abgesehen
von allen wirthschaftlichen Gründen, fordern nicht Klima und
Boden, und diese nicht nur, fordert nicht selbst auch die
Natur und das Temperament unserer Landsleute, daß nicht
der Ochse, daß nur das Pferd des Holsteiners Zugthier und
seiner Arbeit Gehülfe sey ? Mögen auch, wie Young ver-
sichert, die Ochsen in Bengalen vor der Kutsche sechs eng-
tische Meilen in einer Stunde laufen: ich lobe mir den Erndte-
wagen des Probsteiers mit seinem Viergespann rascher Pferde!
Schauest du nicht, wie der Lenker des Viergespanns
höher um Vieles
Trägt das muthige Haupt, und dem Blicke des. Volkes
sich darbeut ?
Wie wild fliegen die Mähnen im wehenden Hauche des
Windes,
Hoch sich heben die Rosse, den Weg in Eile vollendend!

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