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fernt die Stempelpapierintraden zu verringern, ' sie vielmehr
vermehren würde. Die Darstellung der gewöhnlichen
Veranlasssungen und des Hergangs bey Testamenten,, wird
dies anz leichtesten klar machen. Man darf annehmen, daß
Testamente und andere letztwillige Dispositionen, in der Re-
gel nur dann errichtet werden, wenn die gesetzliche Erbfolge
Unbilligkeiten bewirken würde. Dabey ist nichts natürlicher,
nichts dem Rechtsgefühle entsprechender, als daß der Eigen-
thümer frey über das Seinige, unter der Bedingung seines
Ablebens, disponiren dürfe. Mit einem Worte, die Ver-
theilung eines Nachlasses uach dem Willen des Verstorbenen
verdient den Vorzug, vor der nach der allgemeinen Regel
des Gesetzes. Hieraus folgt nun zuvörderst, daß letztwillige
Dispositionen nicht unnöthigerweise 'erschwert werden müssen.
Nimmt man nun den Fall als Regel an, daß der Gegen-
stand der Testamente, das Vermögen des Testators, in den
allermeisten Fällen das Capital sey,, von dessen Zinsen der
Testator lebt, so mag man diese immerhin recht hoch zu 5
pCt. anschlagen und nichts destoweniger wird man einräu-
men müssen, daß eine Abgabe von 1 pCt. für das Stem-
pelpapier zum Testamente, als 1 der ganzen jährlichen Ein-
nahme, doch, gewiß eine Abgabe seyn würde, die als solche
den Testator abhalten könnte, ein Testament zu errichten.
Deshalb erfährt man es auch täglich, daß die Errichtung
von Testamenten lediglich deshalb unterbleibt, weil der
Erblasser die Ausgabe für das Stempelpapier scheuet.
Wenn nun aber der Testator sich wirklich entschließt, den
erforderlichen Stempelbogen anzuschaffen, so hat es hiernächst
häufig noch große Schwierigkeiten, daß er den Werth. seines
Vermögens gehörig anschlage, und selbst dieser Anschlag setzt
ihn der Unannehmlichkeit aus, daß wenigstens einige Perso-

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