Ä 256
jetzigen holsteinischen Art, geklagt. Ihre Fehler, heißt es,
bestehen besonders in den Hintertheilen, in einer gewissen
Schwäche im Kreuze. Spath, Galle, Mauke sind die Uebel,
welchen sie am meisten ausgesetzt ist. In der Ausdauer und
Festigkeit, in der Arbeitstüchtigkeit, auch in der Genügsam-
keit mit jedem Futter, soll das jütländische Pferd dem hol-
steinischen es zuvorthun. Nur das jütländische, das mecklen=«
burgische und das Pferd der Normandie sind auf dem Kon-
tinent, nach dem Urtheil des ebengenannten Kenners, dem
Suffolker Arbeitspferde in zweckmäßigen Eigenschaften zu
vergleichen *).
Aber das holsteinische Pferd war auch nicht überall im
Lande gleicher Art und Gestalt. Es ist zuvörderst das
Marschpferd von dem Geestpferde, dann aber auch die ganz
verschiedene Art von diesem in den östlichen Landschaften und
auf dem Rücken des Landes zu unterscheiden.
Ganz eigener Art und Gestalt ist nach dem Boden, dem
Klima, der Nahrung, nach seiner Pflege und Behandlung,
das Marschpferd, verschieden wie in der Bildung, so auch
in der Gesundheit und Tüchtigkeit. Ganz fehlerfreie Marsch-
pferde sind selten, und nirgend soll unter Pferden mehr
Schwäche und Kränklichkeit als in den Marschen zu Hause
senn. Das Marschpferd ist wohl höher und schöner gebaut,
feiner von Kopf, länger und gebogener von Hals; auf der
fetten Weide gewinnt sein Körper Ründung und Glätte; aber
er wird. schwammig, weniger zur Arbeit geeignet, weniger
ausdauernd. Dagegen ist das holsteinische Geestpferd
zwar weniger hoch und schön gebaut, aber an Stärke und
*) Graf von Veltheim a, a, O. S. 65,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.