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sam hat. sich auch diesmal zur Hemmung der weitern Fäulniß
das Bestreuen mit grobgestoßenen Kohlen bewiesen, wozu man
Büchen: oder Ellernkohlen, die so gut ausgebrannt sind, daß
sie ohne Rauch und Flamme brennen, nehmen muß. Vor
dem Gebrauche können diese Kohlen, wenn sie nur grobpul-
verisirt aufgestreut worden, durch Waschen mit Wasser wegge-
schafft werden. Man hat auch einige glückliche Versuche mit
dem sogenannten Holzessig oder der Holzsäure gemacht, die man
von AÄporhekern, die sie mit Vortheil durch Destillation
aus Tannenholz nach bekannten Vorschriften bereiten, wird
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bestrichen und auf einen luftigen Boden gehangen, wo die
frische Luft durchstreichen kann. Dieses Bestreichen mit der
Holzsäure wird drei Tage nacheinander wiederholt, und so
bleibt das Fleisch hängen, ohne daß es nöthig ist, es wieder
in den Rauch zu bringen. Es soll auf diese Weise durchaus
aller üble Geruch, den die Schinken vorher hatten, verschwin-
den, diese wieder fest geworden und einen wahren Rauchgeruch
angenonimen haben. Alles wird . dabei freilich auf gehörige
Stärke und Annehmlichkeit der Holzsäure ankommen, und das
Collegium hält dieses Mittel, so lange nicht die Fabrikation
der Holzsäure bei uns mehr ins. große getrieben wird, für we-
niger practisch, als das neue vollständige Einsalzen. und das
Einreiben mit Kohlenpulver. Bei dem eingesalzenen Specke
und Fleische wird man vorzüglich auf häufiges Umlegen Be-
dacht zu nehmen haben. Bei scon weiter fortgeschrittener
Verderbniß wird der Speck noch durch Ausschmelzen zur Sei-
fenkereitung und zu andern öconomischen Zwecken anwendbar
seyn können. und was nicht zu benutzen ist, kann noch als
Dünger, besonders für Obsthbäume, an denen es vergraben
wird, nützlich werden.
Das Sanitäts- Collegium hält es nun noch für seine be-
sondere Pflicht, vor dem Genusse solchen verdorbenen Schweine-
fleisches und Specks dringend zu warnen, . Wo die Verderbniß
schon einen bedeutenden Grad erreicht hat, wird Jeden schon
von selbst der Ekel vorn Genusse abschrecken. Aber selbst das
weniger verdorbene Fleisch, das etwa der Zunge noch aufge-
drungen werden könnte, kann besonders bei wiederholtem Ge)
nusse, und vollends in wärmeren Monaten, der Gesundheit
zum Nachtheii gereichen.
Wenn nach einem so ungewöhnlich gelinden Winter über-
haupt die Besorgniß eher erwachen kann, daß Krankheiten sich
nerhreiten können, so müssen um so sorgfältiger alle mitwirkends

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