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Außer diesen dem Tage nach bestimmbaren Ereignissen
verdienen noch folgende solchergestalt nicht zu bestimmenden
eine Erwähnung in der Chronik unsers Vaterlandes.
Mit dem Schlusse des v. J. entstanden zu Kiel Strei-
tigkeiten unter den dase!bst Studirenden, dem Vernehmen nach
in Veranlassung der Absonderung zwischen denjenigen, die der
vormals bestandenen Burschenschaft angehörten und nicht. Die
Relegation eines Studirenden und kürzere und längere Carcer-
strafe waren die nächsten Folgen dieser Unruhen. Die ent-
fernteren und wohl schlimmeren waren eine unverkennbare
Störung des geregelten Besuchs der Vorlesungen.
Zu Anfange Februars legte die Direction der Armenkolo-
nie Friederichsgabe einen Bericht an die Interessenten dersel-
ben ab. Dieser enthält im wesentlichen Folgendes : Die Zahl
der Actien war seit dem Novbr. v. J. vollständig geworden.
An jährlichen Beyträgen während der nächsten 4 Jahre waren
jähruch 600 Rthlr., überdies aber an Beyträgen ein für allemal
700 Rthlr. unterzeichnet, an Korn aber ungefähr 33 Tonnen
Rocken jährlich. Die 20 Colonistenhäuser waren zu 300 Rthlr.
jedes und das Haus des Inspectors für 1050 Rthlr. zu er-
bauen verdungen. 4 Colonistenhäuser und ein Kuhhaus wa-
ren bereits fertig. 904 Starcken à 68 Rthlr., 300 Schaafe
und Lämmer à 4 Mek. und 8 Stück Baupferde à 35- 30
Rthlr. sind bereits angeschafft und haben - bereits eine bedeu-
tende Düngermasse geliefert. Von diesem Vieh sind 4 Starcken
und 100 Schaafe jedoch meistens Lämmer gestorben, ohne daß
nach Meinung der Direction dadurch ein pecuniärer Nachtheil
von einiger Bedeutung entstanden sey. Bei 18 Co lonistenstel-
len sind 2.3 Tonnen Land gepflügt. Diese Arbeiten sind
unter Leitung des Inspectors von 6–7 Colonisten, worunter
nur ein einziger Landmann ist, beschafft worden. Nüsliche
Schulbücher und mehrere Ziegen sind der Direction von Un-
genannten geschenkt worden.
Der vormalige Etatsrath Reitetmeier, früher Professor zu
Kiel, welcher wegen Injurien gegen hohe und höchste Behör:
den von dem höchsten Gerichte in Copenhagen in die infami-
rende Dreimarksbrüche verurtheilt worden war , ist wegen fer-
nerer Injurien gegen das höchste Gericht von einer zur Un-
kersuchung dieses Verbrechens allerhöchst ernannten Commission
zu einer fünfjährigen Karrenstrafe verurtheilt worden. Der
Angeklagte hat dagegen die Apellation eingewandt und ein,
aus außerordentlichen Asfessoren bestehendes höchstes Gericht
tire Zusammencreren.. 'Um diese Sache in letzter Instanz zu

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