Volltext: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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nicht unvernünftig, die Billigkeit und. Zweckmäßigkeit der 
Stempelabgabe nach dem Maaßstaabe dieser Abgabe in Nach- 
barstaaten zu beurtheilen, und darnach erscheint unsere Stem- 
pelabgabe ais sehr hoch. Is jedoch aber die Stempelsteuer 
nach ihrem jetzigen Ertrage ein nothwendiger Theil der Eine 
nahme in unserm Finanzsystem *), so würde eine Verringe- 
rung derselben eine andere Steuer nothwendig machen und 
so wäre wenig oder nichts damit gewonnen, wenn eine solche 
Herabsetzung der Stempelpapierabgabe vorgenommen würde, 
ohne daß durch anderweitige Modification dieser Steuer zu- 
gleich ein Ersatz des Ausfalls ausgemittelt wäre. Das hier 
zu lösende Problem wird daher immer das seyn, viese Steuer 
so einzurichten, daß sie minder hart und drückend in einzel- 
nen Fällen, nicht desto weniger aber durch weitere Ausdeh- 
nung derselben gleich ergiebig für die Staatscasse bleibe. Zu 
diesem Zweck bin ich Jhrer Meinung, daß vor allen Dingen 
diese Steuer objectiv auf alle Schuldverschreibungen ausge- 
dehnt werden könnte. Freilich würde dadurch der Druck die- 
ser Abgabe auf manche Individuen fallen, die gerade aus 
Noth Anleihen machen müssen, aber den davon hergenomme- 
nen Gegengrund lasse ich, wie bereits oben gezeigt ist, nicht 
gelten. Gewährt eine Schuldverschreibung durch die Gesetze 
des Staats einen leichtern und kürzern Rechtsgang und ge- 
währt die Zusicherung derselben vou Seiten des Staats dem 
I 
Im Jahre 1783 gab die Stempelpapierabgabe in den Herzog- 
thümern einen Ertrag von 50,000 Rthlr. Cour. Niemanng 
Bl. f. Pol. u. Cult. v. J. 1800 B. 11. Heft 5. S. 10. Jeßt 
wo die Abgabe um die Hälfte erhöht worden, der Geschäfts- 
verkehr zugenommen hat und der Preis der Grundstücte gestie- 
gen ist, darf man diesen Ertrag gewiß auf 100,000 Rthlr. 
Cour. anschlagen,
	        

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