ÂÂ 11 G
nicht unvernünftig, die Billigkeit und. Zweckmäßigkeit der
Stempelabgabe nach dem Maaßstaabe dieser Abgabe in Nach-
barstaaten zu beurtheilen, und darnach erscheint unsere Stem-
pelabgabe ais sehr hoch. Is jedoch aber die Stempelsteuer
nach ihrem jetzigen Ertrage ein nothwendiger Theil der Eine
nahme in unserm Finanzsystem *), so würde eine Verringe-
rung derselben eine andere Steuer nothwendig machen und
so wäre wenig oder nichts damit gewonnen, wenn eine solche
Herabsetzung der Stempelpapierabgabe vorgenommen würde,
ohne daß durch anderweitige Modification dieser Steuer zu-
gleich ein Ersatz des Ausfalls ausgemittelt wäre. Das hier
zu lösende Problem wird daher immer das seyn, viese Steuer
so einzurichten, daß sie minder hart und drückend in einzel-
nen Fällen, nicht desto weniger aber durch weitere Ausdeh-
nung derselben gleich ergiebig für die Staatscasse bleibe. Zu
diesem Zweck bin ich Jhrer Meinung, daß vor allen Dingen
diese Steuer objectiv auf alle Schuldverschreibungen ausge-
dehnt werden könnte. Freilich würde dadurch der Druck die-
ser Abgabe auf manche Individuen fallen, die gerade aus
Noth Anleihen machen müssen, aber den davon hergenomme-
nen Gegengrund lasse ich, wie bereits oben gezeigt ist, nicht
gelten. Gewährt eine Schuldverschreibung durch die Gesetze
des Staats einen leichtern und kürzern Rechtsgang und ge-
währt die Zusicherung derselben vou Seiten des Staats dem
I
Im Jahre 1783 gab die Stempelpapierabgabe in den Herzog-
thümern einen Ertrag von 50,000 Rthlr. Cour. Niemanng
Bl. f. Pol. u. Cult. v. J. 1800 B. 11. Heft 5. S. 10. Jeßt
wo die Abgabe um die Hälfte erhöht worden, der Geschäfts-
verkehr zugenommen hat und der Preis der Grundstücte gestie-
gen ist, darf man diesen Ertrag gewiß auf 100,000 Rthlr.
Cour. anschlagen,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.