Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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drücken des Königlichen Wappens angetroffen werden, in man- 
chen andern aber fehlen, mit zu den Wappenzierrathen, oder 
sollten sie bloß durch die Verwechselung des eigentlichen Wap- 
pens mit den Siegeln hinzugekommen seyn ? 
~~ Im Aten Bande der Kieler Blätter S. 340 ward um 
Auskunft über ein von Heinrich Ranzau aufgeführtes Wappen von 
Angeln gebeten. Ich wiederhole nochmals diese Bitte, mit der 
Bemerkung, daß auch das Wappen der normannischen Könige 
in England beinahe dasselbe zu seyn scheint, als das von Angeln 
und vom Herzogthum Schleswig; und daß selbst das Wappen 
Frieslands ähnlicher Art ist. Die Frage, ob alle diese mit ein- 
ander im Wesentlichen übereinstimmenden Wappen in irgend einem 
geschichtlichen Zusammenhang stehen, wäre einer Beantwortung 
werth. Die Angeln und Friesen können zwar nicht das Wap- 
pen nach England hinübergebracht haben, weil es in der Zeit 
keine Wappen gab. Möglich wäre es aber wohl, daß die 
Figuren des Wappens früher als Heerzeichen gedient, und in 
dem Feldbanner ihren Platz gehabt haben. 
.. Das ehemalige Verfahren bei Concursen, welches die 
Lösung genannt wurde, ist bekanntlich durch die Gesetze ab- 
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ganz allgemein in beiden Herzogthimern. Dennoch wäre. in 
mehreren Beziehungen zu wünschen, daß jemand, der jene Me- 
thode aus eigner Erfahrung kennt, eine genaue Beschreibung 
davon gebe, mit Berücksichtigung alles dessen, was der Gebrauch 
darüber bestimmt hat, oder was durch Gesetze festgesetzt wor- 
den. Einige in den Gesetzen vorkommende Bestimmungen 
scheinen jetzt wohl einer Erklärung zu bedürfen. Z. E. wenn für 
Bredstedt unterm 26sten März 1731 und für Stapelholm 
unterm 22sten Dec. 1738 vorgeschrieben ward, die Taxationen 
sollten so eingerichtet werden, daß die Gläubiger nach Abzug 
aller Unpflichten von jeder Mark 1 lß. frei Geld haben könnten, 
) Kommt noch bei unsern Concursen das Zeichnen 
auf L'erbesserung vor? Daß es noch vor Kurzem in der 
Herrscha~* Pinneberg üblich war, ist in Niemanns Vaterlands- 
kunde i... S. 51 bemerkt. Auch hört man noch bisweilen 
unter dem Volke so davon reden, als wäre es nothwendig, 
auf den Fall, daß die Umstände des Gemeinschuldners sich ver- 
bessern, seine Rechte zu reserviren. Ist es aber wohl je Grund- 
satz gewesen, und hat es so seyn können, daß durch die Güter- 
abtretung ein ganz schuldenfreier Zustand bewirkte wurde. und 
woher denn jenes Zeichnen auf Verbesserung ? 
M
	        

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