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mit Geschick unternommen, sie würde eine Lücke ausfüllen, da
sie weder an den bestehenden Zeitschriften noch an dem altos
naischen Mercur einen Rivalen findet.
Oben (in Num. ? wurde aus dem ersten Jahrgang ein
Aufsatz mitgetheilt. or Kurzem sind uns einige Nummern
aus dem Schlusse des vorigen und aus dem Anfange dieses
Jahres zugekommen. Unter mehreren mit löblicher Freimü-
thigkeit geschriebenen Aufsätzen über das Concurswesen, über
die Verhältnisse des Adels, über Aufhebung der Leibeigenschaft,
und über die verbessserte Einrichtung der Bauergüter sind sehr
lesenswerthe. Am meisten interessirten uns einige Briefe über
den Sternberger Landtag.
Er ward am 21sten Dec. eröffnet. Die Stände versam-
melten {) Mittags um 12 Uhr in der Kirche. und begaben
sich von dort in einer Reihe von Kutschen auf den nahe bet
der Stadt gelegenen Judenberg, wo einem uralten Herkommen
zufolge stetrs der Landtag eröffnet wird. Hier war ein Zelt
aufgeschlagen, in welchem die Stände die Großherzoglichen
Landtagscommissarien, we!che sich in sechsspännigen Staats-
equipagen dorchin begaben, empfingen. Hier wurden die lan-
desherrlichen Propositionen verlejen, und nachdem der Zug sich
wiederum in die Kirche zurückbegeben hatte, geschah die Vor;
lesuug noch einmal.
So viel von dem Aeußern, welches ein unverkennbares
Gepräge alterthümlicher Einrichtuug trägt. Das Zelt dient
zum Beweis, daß die Landtage ehemals unter freiem Himmel
gehalten wurden, wozu indeß die Winterzeit nicht recht bequem
ist. Der Landtag war nicht sehr besuche. Von etwa 400
stimmberechtigten Gutsbesißern waren so wenige erschienen,
daß das plenum nicht einmat aus 50-60 Perssonen bestand.
Einer der ersten Gegenstände der Verhandlung war die Unter-
haltung des Mecklenburg - Schwerinischén Militairs. Dafür
waren 376,000 Rthl. verlangt worden. Die Stände glaub-
ten nicht Außerordentliches beitragen zu müssen. Der Landes-
herr war entgegengesetzter Meinung, weil jetzt statt der früher
gehaltenen 1900 Mann in Gemäßheit der Bundeseinrichtun-
gen 3600 -zu stellen wären.
Auf eingegangene Unterstützungsgesuche bewilligte die Rit-
terschaft 3600 Rthl., die Landschaft (Städte), außer einigen
stehenden Revenüen, 1000 Rthl. auf 3 Jahre. Fänf Hundert
Thaler sollten davon Studirenden zugewendet werden.
Die Kündigungszeit der Dienstboten ward in Erwägung
gezogen; die Verhandlung darüber jedoch ausgesetzt. Ueber

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