Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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ist, auf der Gasse oder dem Markte mit Jemanden einige 
?. "genblicke ruhig zu sprechen, ohne auf die unverschämteste Weise 
gestört zu werden. Vornials wurden von Zeit zu Zeit Streif: 
züge gegen vagabondirendes Gesindel im Lande vorgenommen, 
sie sind aber in den letzten Jahren außer. Gebrauch gekommen, 
vermuthlich weil sie wenigen Erfolg hatten; auf einem Jahr- 
markt. würde man gewiß eine bedeutende Anzahl solcher be- 
schwerlicher und gefährlicher Menschen auf einmal einfangen 
. wider ihren Unfug zweckdienliche Vorkehrungen treffen 
FEonnen, > o s . [M 
5) Ernenuerte Klage über Hundeunfug. 
Schon in den Schlesw. Holst. Blättern für Polizei und 
Kultur vom Jahre 1800 im Aten Stücke findet sich eine 
Klage über den Hundeunfug in Städten und Dörfern. Jetzt 
da seit jener Klage 22 Jahre verflossen sind, kann man sie 
noch mit gleichem Rechte führen. Zwar sind im Jahre 1807 
zwei Verordnungen erlassen, welche zur Absicht haben, die 
Beschwerden und Gefährlichkeiten, welche diese Thiere veran- 
lassen, durch vernünftige Einschräntungen zu heben. Dessen- 
ungeachtet giebt es nur wenige Orte, wo man die Wohlthaten 
diescr Verordnung genießt; fast allenthalben wird. man in den 
Städten wie auf dem Lande, jeden Augenblick von wüthigen 
Hunden angebelit und oft weite Strecken verfolgt. Zwar 
sieht man in einigen Districten, daß in der heißen Jahreszeit 
den Hunden Knüppel angehangen werdenz allein theils hilft 
diese Maaßregel so gut wie gar nichts, theils wird sie auch 
dadurch. völlig unnütz, daß der Befehl nur nach dem Buchsta- 
ben und nicht nach dem Sinne befolgt wird, indem man dem 
Hunde ein kleines, leichtes Stückchen Holz an den Hals 
hängt, welches ihn nicht hindert, den Wanderer so lange zu 
verfolgen, wie er will. 
Eine in der genannten Klage nicht angeführte Beschwerde, 
welche die Hunde häufig verursachen, ist ihr nächtliches Her- 
umlaufen in den Straßen, wo sie oft. stundenlang in einem 
k!: bellen, und Gesunde und Kranke um Ruhe und Schlaf 
ringen. 
Was kann wohl die Polizeibeamten bewegen, dergleichen 
Unfug zu dulden, und nicht auf die Befolgung der dawider 
erlassenen Verordnungen aufs strengste zu halten? Unbekannt 
kann er ihnen unmöglich bleiben ~ und die Mühe ist doch 
nicht so gar groß, eine in Vergessenheit gerathene Verordnung
	        

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