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bezahlt werden muß, als mancher, der selbst zur Armencasse
contribuirt, für seine eigene Person, für Frau und Kinder
aufwenden kann.
Ö Welche übertriebene Forderungen in dieser Bezahlung bis-
weilen gemacht werden, zetgt der Aufsatz, den wir aus dem
Schweriner freimüthigen Abendblatte entlehnen, und wie groß
oft die Ausgaben sind, welche die Commünen für ihre kranken
Armen abzuhalten haben, das zeigen in practischen Beispielen
die darauf folgenden beiden Rechnungen, die eine holsteinische
Marschcommüne hat bezahlen müssen.
Aus. dem freimüthigen Abendblatteé.
Schwerin d. 25sten Juni 1819.
Die, Sorge für die Armen ist dem Staate eine heilige
Pflicht. aber näher noch liegt die Theilnahme für die Un-
glücklichen, die der Dämon der Krankheit gefesselt hält; die
Versäumung dieser ehrwürdigen Pflicht ist die größte Sünde
gegen Gott und die Menschheit, ein empörender Frevel gegen
die Natur z . und wie häufig wird er nicht begangen? Däs
zarte Mitgefüt,1 fur das Unglück scheint aus unserer Zeit ver-
schwunden, die Selbstsucht und der schmutzigste Cigennutz haben
dasselbe getödtet und verschlungen. Die Rücksicht auf das
Geld ist kleinlich und gemein, wo es gilt des Lebens höchsten
Preis + das Leben selbse Die Bienensorgen hat die hoch-
sinnige Zeit verachten gelehrt, Götteroläne um der, Menschheit
heiligste Güter sollen die Seelen entflammen; wo man aber
der Sorgen nächste, die um das physische Wohl versäumt, wie
kümmert man sich da um der Sceien Heil! Man sollte hei-
ter und frei das Leben hingeben, wo es die Menschheit, wo
es die Bildung der Zeit, wo es die Sternenkrone des Nach-
ruhms gilt; aber um des armseligen Geldes willen söll man
es nicht untergehen und verkommen lassen. Man soll keine
Mittel scheuen, um dem Armen, Unglückiichen zu helfen, dem
Verzweifelnden seine Schmerzen zu lindern, selbst noch, wo
die Kunst ihre Mittel versagt, in der Angst des Todes, in
der Beklemmung des scheidenden Lebens ihn erfrischen und
laben. ; ; ,
Zu Euch, Väter und Bürger meiner Vaterstadt, rede ich
zunächst dies ernste Wort der Mahnung; aus freundlicher
Sshonung unterlasse ich zur Zeit die nähere Entwickelung.
Ihr habt der Mittel genug - in Händen, um Eure heiligste
Pflicht zu erfüllen, wuchert mit Geist und Gemüth mit dem
Euch anvertrauten Pfunde zum Nuten und Frommen der
Eurer Obhut vertrauten Armen; beschämt und verachtet jene
A

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