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der Gräber, Also: der Fuchs gelangte in des Dachses Nest, Bau,
Grube.
Vekanntlich bemächtigen sich die Füchse der Dachsgruben, indem
sie den ihnen an Stärke des Gebisses. überlegenen Dachs, während
des Winterschlafs, oder bei seiner Schwäche nach Endigung desselben
oder durch soustige List aus seiner Grube vertreiben, die sie als-
dann erweitern und mit mehreren Zugängen versehen-
Ohne Bekanntschaft mit dem Context sind nun von obiger
sorichwörtlichen Redensart zwei Erklärungen statthaft; entweder:
der Listige gelangte zum Besitz von Vortheilen, erreichte seinen
Zweck — oder er kam übel weg, in des Teufels Küche.
In der Nâhe Kiels ist eine Landstelle, die Grevers- oder Gre:
vels-Kath heißt , und vielleicht von Dachsgruben ihren Namen hat.'f
Ich möchte die erstere Erklärung vorziehen, die mit dem gan-
zen Zusammenhange, so weit dieser angedeutet ist, sehr vereinbarlich
zu seyn scheint. Sonst wäre auch wohl noch eine dritte Erklärung
möglich, und zwar diese : zwei vereinbaren sich heimlich zum Nach-
theile eines Dritten.
In dem Gedichte, Reineke de Voß, stehen Fuchs und Dachs (in
dem Verzeichniß der Thiere in den plattdeutschen Ausgaben Gre-
ving genannt) in keinem feindseligen Verhältniß zu einander. Grim-
bart (der Dachs) gehört vielmehr zu Reiuekes treuen Freunden, die
ihm Hülfe gewähren und ihn möglichst unterstüßen.
Noch könnte das Wort bylichte eine Erklärung. erfordern.
Mir ist der Ausdruck nicht verständlich, Vielleicht ist es zu kühn,
die Conjectur zx wagen, daß es heißen müsse: in dem twi-
lichte, d. h. in der Dämmerung. Da dies die gewöhnliche Zeit
ist, wo der Fuchs herumwandert, so würde jener Zusatz zu dem Cha-:
racterischen des Bildes mit gehören.

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