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die heilsame Scheu vor Armuth bei den Schwerarbeitenden
geschwächt werde und ganz verloren gehe.
Aus der Kasse B. dürfe niemand etwas erhalten, der
sich nicht zuvor bei der Kasse A. gemeldet, der also nicht
förmlich und öffentlich in die Klasse der Armen eingetreten.
Durch diese Bedingung wird der Zwang des Einsetzens in
Sparcassen und das Verbot der Ehen, bevor nicht ein Vor-
rath gesammelt, überflüssig, indem die natürlichen strafenden
Folgen ihren freien Lauf behalten. Durch diese Bedingung
nämlich wird der erste Schritt zur Armencasse erschwert.
Immerhin möge jeder denken, daß der Gang dahin ein sau-
rer Gang sey, daß es Unehre sey, aus der Kasse A. Almosen
zu empfangen. Da es aber nie Schande seyn kann, eine
freiwillige Gabe anzunehmen, indem bei jedem freiwilligen
Verkehr eine wechselseitige Leistung stattfindet, und der Dank
des Empfängers und die angenehme Empfindung des Gebers
wohl etwas in der Schale wiegen, so ist es nicht gut, frei-
willige Gaben mit gezwungenen Armensteuern in dieselbe
Kasse zu gießen, weil dadurch die Unehre und die Bitterkeit
vermindert werden, welche natürlicherweise mit dem Empfang
des pflichtmäßigen Armengeldes verbunden seyn sol. Die
Kasse B, soll dazu bestimmt seyn, die unerbittliche Strenge
bei der Kasse A. in geeigneten Fällen zu mildern. Wenn
möglich, werde die Kasse B. .von freiwilligen Armenfreunden
verwaltet, welche gewissenhaft nach der Ursache der Verar-
mung forschen, und da, wo die Armuth nicht verschuldet ist
durch Schlechtigkeit und Unvorsichtigkeit, Zulage geben zu
dem festen geringen Satz der ersten Kasse. Vornämlich
werden Zeugnisse glaubwürdiger Personen über das Wohl-
perhalten eines Armen. die beste Empfehlung seyn. Nur der,
welcher trotz Fleiß und Vorsicht verarmt ist, erhalte Zulage

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