Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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3) Spareasse. (aber ungezwungener! Einsal) '’ Das nkctz- 
lichste Mittel unter allen gegen die Armuth. 
4) Was die Unterstützung der nichtkranken Armen betrifft, 
so scheint mir der wichtigste Grundsatz diefer zu seyn: daß 
niemals gezwungene Armensteuern und freiwil- 
lige Almosen in eine und dieselbe Kasse geworfen 
werden. Sondern es seyen zwei Kassen. A. die Kasse 
der Armensteuern. R. der freiwilligen Gaben. Um aus ver 
erstern Kasse etwas zu erhalten, sey der Grad der Noth 
ver hinlängliche Grund: um aus der zweiten Kasse Unter- 
stütung zu erlangen, sey die Ursache des Elends Grund 
und Maaßstab. Die Gabe, welche die Kasse A. nach be- 
zeugter Hülfsbedürftigkeit reicht, sey ein fesler Satz, gerins 
g er als der spärlichste Tagelohn, den der selbsiständige Arbei- 
ter gewinnt, geringer als die Pension, die der invalide 
Soldat vom Staate erhält. Welcher größerer Widerspruch 
kann seyn als der, daß, wie es oft geschieht, ein Tauges 
°…O…N…NIIDDUGGISZSADXNA2—A]@c]ckcsY cYŸec.l._ andern Grunde, 
von der Armencasse mehr erhält, als der invalide Krieger? 
Ietzt beträgt an [manchen Orten die Versorgung eines Armen 
aus der Commünencasse das doppelte von dem, was die In- 
validencasse giebt, Heißt das nicht eine Prämie sehen aüf 
schlechte Wirthschaft, und abschrecken vom Dienst des Vater- 
landes? Es wird keine Freude und keine Ehre seyn aus 
dieser Kasse A. den Nothschillig zu empfangen; 'es soll keine 
Ehre dabei seyn. Dies Zufluchtsmittel der Armuth, weil 'es 
für Fleißige und Nichtfleißige, Vorfichtige und Unvorfichtige 
vorhanden ist, darf nicht einladend, fondern mag eher ab- 
schrekend fenn. Es liegt in der Natur der Sache, daß das 
Brod der Armeneasse bitter schmecke, wenigstens kann s 
nicht für Alle, die es empfangen, versüßt werden, ohne- daß
	        

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