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Am Schlusse des letzten, 26sten Rechnungsjahres der Ar-
menansstalt haben die Zahlen sich freilich wieder etwas ver-
mindert, indem die Zahl der Männer betrug 70, der Kna-
ben 84, der Frauen 180, der Mädchen 72.
Zahlen sind unwidersprechliche Beweisthümer. Immer-
hin mögen in Kiel locale und temporaire Ursachen stattge-
funden haben oder noch stattfinden, welche auf ungewöhnliche
Weise die Zunahme der Kinder auf der Armenliste beschleu-
nigen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß diese Ursachen, wie-
fern sie local sind, aufgefunden und beseitigt werden durch
den Eifer der rühmlichst bekannten Gessellschaft freiwilliger
Arimenfreunde. Nicht um irgend eine für die Commüne
Kiel eigenthümliche Folgerung zu ziehen, ist obige Tabelle
mitgetheilt worden, sondern nur um durch ein sicheres und
auffallendes Beispiel die allgemeine Wahrheit anschaulich zu
machen, die für Kiel und für jeden Ort in der Welt, auch
den reichsten, gilt, daß die Versorgung der Armen, wenn
die Z:hl der Kinder zu rasch zunimmt, daß die Versorgung
aller Kinder, welche blinde Fortpflanzungslust oder richtiger,
ungezügelter Begattungstrieb in die Welt setzen kann, zur
Unmöglichkeit wird.
Nach ernstlicher Erwägung der Aufgabe der Armenver-
sorgung scheinen folgende Maaßregeln die zweckmäßigsten zu
senn:
1) Freischule. (aber nimmer mögen Eltern gezwungen
werden, ihre Kinder in die Schule zu schicken, und wenn sie
noch so gut istz Gelegenheit zum Unterricht werde gegeben,
das ist genug) Die Freischulen können Capitalien besitzen.
2) Unentgeltliche Versorgung armer Kranker, sowol in
ihren Häusern als in Hospitälern, welcha für ansteckende
Krankheiten und chirurgische Fälle unentbehrlich sind.

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