Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

Ä 110 F 
mittel der Armuth vorgeschlagen, sondern ackerbauende Colo- 
nien. Hingegen Dr. 8. schlägt vor, in dem übrigen Theile 
seiner Schrift, wenn ich den Sinn richtig verstehe, daß in 
der Colonie auf der Haide Gebäude errichtet werden, um 
daselbst „den Grund zu dem Erblühen ‘einiger Manufacturen 
zu legen.‘ (Seite 38.) So sieht jeder das Heilmittel der 
Armuth in derjenigen Region, die ihm weniger bekannt ist, 
überzeugt, daß in dem ihm vekannten Gebiete kein solches 
zu finden ist. 
Einige Eigenthümlichkeiten dieser kleinen Schrift sind 
folgende. Die holsteinischen Bauern werden wiederholt ge- 
tadelt und streng getadelt wegen ihrer Sitten; statt ihrer 
erhält der Pascha von Egypten Lob. Durch ejne Kleider- 
ordnung und vorzüglich eine Nationaltracht, meint der Verf., 
würde „unendlich viel gewonnen.’ Seite 42 heißt es: „wenn 
die Regierung die Herren Beamten zu ernster Thätigkeit 
und Theilnahme anspornte u. s. w.-- Auf der nämlichen 
Seite kommen noch zweimal die Herren Beamten vor, auch 
die Herren Prediger, und auf der nâchsten Seite die Herren 
Schullehrer. Warum nicht auch die Herrin Regierung? 
Löblich ist die Freimüthigkeit, womit Seite 26 gesagt 
wird: 
„„Mir scheinen die §. 8, 6 und 7 des allerhöchsten Pa- 
tents vom 23. Dec. 1808, betr. die Bestimmung, von wel- 
chem District ein Verarmter zu versorgen sey, für die Her- 
zogthümer Schl. u. Holst. einen nicht geringen Antheil an 
der zunehmenden Armuth gehabt zu haben, indem sie gerade 
den beabsichtigten Zweck: dem Wohnungslosen gewissermaa- 
ßen eine Heimath zu sichern, entgegenwirkten. Die genann- 
ken gs. bestimmen nämlich einen Z3jâhrigen ununterbrochenen 
Aufenthalt zur Erlangung des Heimathsrechts. Weil mun
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.