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ich eiferez im Gegentheil, es wäre eben, weil hier eine bes-
sere Verwendung möglich ist, zu wüns:hen, daß allem wirk-
lichen Elend vorzugsweise auf dem Wege von Privatwohl.
thätigkeit abgeholfen werden möchte. Meine Meinung ist
und kann keine andere seyn, als mich nur gegen ihre unver-
ständige Anwendung zu erklären."
„Augenblickliche öffentliche Unterstützungen mögen wohl
für einzelne dringende Nothfälle nicht immer ganz zu ver-
meiden seyn, und es kann rathsam werden, auf dem Wege
vorübergehender Unterstutzung einigen Beistand zu leistenz
aber aus der vorübergehenden muß keine beständige wers
den. Die Engländer suchen den Hauptgrund der
schlimmen Folgen ihres Armenwesen darin, daß die Beiträge
zwangsweise erhoben werden.'
„Aber nicht eigentlich in den erzwungenen Beiträgen
zur Armencassse liegt die Ursache der daraus entsiandenen
Uebel, sie liegt tiefer und in dem, was jenen Zwang be-
gründet, in der stehenden Anstalt, wozu jene Beiträge erho-
ben werden. In der erlangten Dauer und Beständigkeit
liegt das Verderbliche, und darin ruht zugleich ein Grund
mehr, warum Privatwohlthätigkeit keine so nachtheilige Fol-
gen nach sich zieht. Alle Armenunterstützungen sollten nur
vorübergehend seyn, und mit dem Bedürfniß aufhören, weil
sio, wie die Erfahrung lehrt, so wie sie dauernd werden,
eine sichere Aussicht auf Unterhalt zeigen und Armuth das-
durch veranlassen, daß sich welche auf diesen Rückhalt vera
lassen und um so leichtsinniger zu Werke gehen. Daher
werden solche Anstalten so leicht eine Pflanzschule der Ar-
muth,.. und bringen eine ganz entgegengesetzte Wirkung her-
vor als sie beabsichtigten. [

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