Mus der allgemeinen Erkenntnis der fchweren
Schäden eines dem freien Spiel der Kräfte überlaffe
nen Aufbaues einer Stadt, wurden in jüngerer Zeit
Grundfäge für eine planmäßige räumliche Ordnung
entwickelt. Sie werden beherricht von dem Leitgedanken,
daß die Erfüllung praktifcher Zweckforderungen des
wirt{chaftlichen Lebens nicht in Widerfpruch tehen
{ol zu den Grundforderungen der Erhaltung gefunden
Bolfstums. Darüber hinaus foll die Erfüllung von
Nüßlichkeitsforderungen ihre Krönung finden in der
bemußten SGeftaltung nach Fünftlerifchen Gefeßen der
Schönbeit.
Die Anwendung diefer SGrundfäße auf die Stadt
Kiel erfchien fafßt hoffnungslos angeficht® der jedem
Enien auffallenden {tädtebaulichen Fehler aus der Zeit
der erften Blüte der Kriegshafenftiadt. Dennoch in
ie Aufgabe in Angriff genommen worden, die Stadt
nach einem großzügigen Generalbebauungsplan um-
und neuzugeftalten.
Nach forgfältigen Unterfuchungen der gegebenen
Borausfeßungen wirtfchaftlicher und fechnifcher Art
it ein Entwiclungsplan für die Stadt aufgeftellt, mit
defjen Berwirklichung vor allem die Bildung einer
weitgehend aufgelockerten gefunden Stadt angeftrebt
wird.
Die vorhandene, lückenhafte Miethausbebauung
mird planmäßig abgerundet. Sie wird aber am Stadt,
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Städtifches
Kentnerheim
vande nicht efmwma mit mwachfendem MWohnungsbedarf
Fonzentrifch fortgefeßt, fondern durch einen ausgedehn‘
fen Grüngürtel abgefchloffen. Auf diefe Weife bleiben
große Gebiete der für Kiel fo charakteriftifchen und für
feine Bevölkerung fo wertvollen Kleingärten in der
Nähe der 3. ZI. wenig anfprechenden Miethausgebiete
der Gründerzeit erhalten. Es mird zugleich erreicht,
daß die grüne Landfchaft der Bevölkerung bequem
zugänglich bleibt und den Schäden übertriebener Ber-
itädterung vorgebeugt mird. In diefem SGrüngürtel
liegen auch die Sports und fonftigen Erholungsan-
lagen.
Außerhalb diefes Grünglrtelg merden im Anfchluß
an beftehende Bororte neue in fich gefchloffene mweit-
räumig angelegte Baugebiete mit gartenftädstifchem
Charakter entwickelt. Auch hier entftehen Miethäufer;
aber das Eigenheim, die Heimftättenfiedlung, herrfchen
vor. Im Mittelpunkt diefer Baugebiete werden Ge-
meinfchaftsanlagen ausgeführt, die mit den noch
fommenden Heimen der HI. und fonftigen Einrichtune
gen des Sffentlichen Lebens diefen großen Gemein-
ichaftsfiedlungen ein gewiffes Eigenleben neben der
„Mutterftadt” fichern merden. Geordnete und hand-
werflich faubere bauliche Geftaltung im einzelnen
müffen binzufommen, um Ortsbilder von neuem ftar-
fen Reiz zu fchaffen, fo daß Heimatgefühl und Hei:
matf{tolz die Bewohner befeelt.


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