Full text: Kieler Adreßbuchbuch mit Elmschenhagen, Heikendorf mit Schrevenborn (einschl. Kitzeberg) und Neuheikendorf, Kronshagen, Molfsee, Mönkeberg, Moorsee, Poppenbrügge, Russee, Suchsdorf, Wellsee 1938 (1938)

BEER EEE ENT SAINTS 
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immer auf die Hilfe der Stadt verlaffen. Die 
[täbtijchen Iheater find Durch YWusbau der techni- 
ihen Einrichtungen und Heranziehung tüchtiger 
Künftler wieder zu einem Kulturmitkler erften 
Ranges geworden. Die Sicherftellung befferer 
jozialer Berhältniffe für die Mitglieder des Or- 
Hefters und der Künftlerfchaft dürfte dabei nicht 
ohne Einfluß fein. Der Itädtifche Mufikbeauf- 
fragte, dem Die SZujammenfaffung aller im Ge- 
meindewefjen vorhandenen Mufik- und Chorvkräfte 
obliegt, hat in der neuen Nordmarkfchule für 
Mufik und Bewegung eine Anftalt zur Berfüi- 
gung, die mit erften Lehrkräften befeßt, bereits 
einen guten Ruf in der Nordmartk befißt. 
Auch im Büchereiwefen, das für Die Erziehung 
des deutfchen Menfchen eine fo wichtige Rolle 
Ypielt, wurde mit der Cröffnung der neuen Stadt- 
bücherei am Kleinen Kiel ein wefentlicher Erfolg 
erzielt. Aus einem ehemaligen Logengebäude 
wurde in fajt fjymbolijcher Weife eine Stadt: 
büicherei und Lefehalle nach modernften Grund: 
Täßen gefchaffen, die für Die wiffensdurftigen und 
Itrebjamen Bolksgenoffen eine willkommene Stätte 
Des Feierabends ift. Auch die ftädtifche AWieder- 
gabenjammlung ift dort untergebracht und Buch 
und Bild werden in ihrer wechfeljeitigen Bezie- 
hung herausgeftellt. 
So wurde und wird auf allen Gebieten ge 
ichaffen in Diefer Stadt, die fo viele typijche 
AWejenszlüge aufweijt, die grundverfchieden von 
einander find und doch irgendwie zu ihrem Bor- 
ftellungsbild gehören. Aus ihren Eigenarten er- 
gibt fichH auch Die vorherzufehende Entwicklung. 
Die Kriegsmarineftadt, die Waffenhmiede der 
Deutjchen Flotte mit ihren Werften und vielen 
Nebeninduftrien wird weiter wachjen und ge- 
Ddeihen im ftarfen Großdeutfhen Reich. Kiel als 
Hafenftadt und Handelsplag am Kaifer-Wilhelm- 
Kanal, als das Einfallstor zur Oftfee wird die 
natürlichen Möglichkeiten beachten und feine 
Hafenanlagen, befonders aber den Nordhafen an 
der Mündung des Kanals, weiter ausbauen und 
modernifieren. — Die Filchinduftrie wird fich 
weiter entwideln in dem Maße, wie wir der deut: 
ichen Kolonie „Meer“ in Oftfee und Kattegat ihre 
Schäße abzugewinnen vermögen. 
Sahr für Jahr kommen in fteigender Zahl 
Säfte aus allen Teilen des Reiches nach Kiel, um 
die Deutfche Wehrmacht zur See in ihrem Heimat- 
hafen fennenzulernen und um an der blauen Oft- 
fee in den gepflegten Badeorten an der buchen: 
beftandenen Förde Erholung und neue Lebens: 
freude zu finden. Die von der Statiftif erfaßten 
Zahlen der Übernachtungen in den Nieler Betrie- 
ben des Beherbergungsgewerbes {piegeln am beften 
die günftige Entwidlung des Fremdenverkehrs 
wieder. Wurden 1933 104 647 Übernachtungen 
gezählt, fo erhöhte fich die Zahl in ftändig auf- 
Iteigender Rurve bis auf 314 927 Übernachtungen 
im Jahre 1937. Eine weitere nicht unbeträchtliche 
Steigerung wird das Jahr 1938 bringen. Die 
ganz befonders erfreuliche Entwidlung des See: 
Dienjtes Oftpreußen, der die Nordmark mit dem 
Deutjchen Often verbindet, und Ddie weiteren 
Schiffspafjagierverbindungen mit den nordifchen 
Ländern hielten Schritt mit dem {tarfen Puls- 
Ichlag des Aufbaues, der überall in der Kriegs: 
marinejtadt [pürbar ift. 
Die großen Beranftaltungen politifchen, wirt- 
Ichaftlichen, fulturellen und fportlidhen Charakters 
jowie der BefuchH führender Perfönlichkeiten des 
In- und Auslandes bezeugen den überall fichtbaren 
Fortichritt. 
Wenn in den Sommermonaten und insbhefon- 
Ddere während der Nieler Woche die Segler aller 
Nationen fih in Kiel zujammenfinden, um auf 
dem anerkannt beften Segelrevier die internatio- 
nalen Regatten auszufragen, wenn an den Anfker- 
plägen die ftolzen Schiffe der Krieagsflotte ver- 
täuf liegen und die JHNmuden blauen Uniformen 
der Kriegsmarine das Stadtbild beleben, dann 
{teigert fich das Leben in Niel und auf der Förde 
zu einem einzigen Afford der Lebensfreude und 
Des Lebenswillens, dann erkennen wir, daß Kiel 
heute wieder mit berechtigtem Stolz die Bezeich- 
nung „Die Kriegsmarineftadt“ führen darf. 
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