X




Aus Niels gejchichtlidher Vergangenheit.
ie Stadt Kiel nicht in langjamer Entwidlung
aus einem Dorfe erwachjen, jJondern eine
/ 3wijchen den Yahren 1233 und 124ı erfolgte
‚ planmäßige Gründung des Grafen Adolf IV. von
te Hauenburg, Der Name Kiel haftete ur]prüng»
5 loan mg Kieler Hafen, daher hieß fie Die
| Gtadt tom Kile. Sm Yahre 1242 wurde fie vom Grafen
Sodann von Solitein mit dem Lübijchen RedHt bewidmet
| und e$ wurde ihr Weichbild begrenzt. Die eigentliche
= Gtabt lag auf einer Salbinfel, die nur durch eine
1 jhmale Landzunge mit dem Fejtlande verbunden war,
| die Grenzen ihres Weichbhildes erftredten fich aber fett
1242 von der LevenSau im Norden bis zum Voradsbach
| im Güden. Damit gehört auch der Hafen zum Weich»
bilde, d.h. zum Ctadirechte der Stadt Kiel.
„Um den Zuzug in die:nene Stadt zu fördern,
erhielt {ie von den Holiteiniichen Grafen weitere Brie
vilegien. 1259 und 1286 fchenften die Grafen von
ihrem eigenen bei Riel gelegenen Lande der Stadt
rößere Teile zu Eigentum, 1260 erhielt die Stadt
olfreiheit im Herzogtum Schleswig, 1283 einen Blaß
auf den Märkten in Cchonen und damit Beteiligung
am Heringshandel; 1315 wurden der Stadt ihre Vri-
pilegien beitätigt. Damal$ erwarb fie die gräfliche
Bogtei und damit vollfonmmene Selbjtändigkeit in der
Stadtverwaltung dem Landesherrn gegenüber. 1318
folgte die Erwerbung des Münzrechts. Auch als
Mitglied der Hanje wurde die Stadt dem Landes
hHerrn gegenüber jelbjtändiger. Ym Yahre 1334 ers
Langte jie vom Her309 Waldemar von Hütland auch
den [MleSwigichen Teil des Kieler Safenz mit feinen
Borftränden qusdrüclich 3u Cigenfum, Ueberhaupt
war Die älteite Zeit jür Riel ihre erfte und wohl auch
größte Blütezeit, Freilid alg Hanieitadt Hat Kiel nie
_; eine bejondere Rolle gefpielt. Gie Hat fich zwar an
den Kriegen der Hanje gegen Dänemark im HYahre 1362
beteiligt und dabei jHhwere Verlufte erlitten. Aber
jehon 1988 war die Stadt nahe daran, auf Antrag von
Hamburg und Lübek aus dem Bunde auSgeichloffen
zu werden. Bis, etwa 1496 längjtens fönnen wir Riel
als Hanieitadt anfehen, , !
. ym Zahre 1460 wählten die Stände der Herzog-
fümer nach dem AYusiterben ihrer Landesherren aus
























Schauenburgijhem Gejchlecht den König Chrijtian I.
von Dänemark aus dem DO denburgijchen Hauje zum
Herzog. AWber Ihon neun Jahre jpäter wechfelte Kiel
den Landesherrn abermals. König Chriftian vers»
pfändete nämlidh Ihuldenhalber die Stadt Kiel für
ungefähr 100000 Lübijche Mark an feine Gläubigerin
Lübed. Kiel mußte den Lübedern. huldigen und ift
dann bis 1496 unter Lübeckijcher Oberhoheit geblieben.
Die ehemalige Blüte Kiel war um jo mehr vorüber,
al8 der Oftjeehandel immer mehr aufhörte, alleinige
Angelegenheit der Hanjeftädte zu fein, andere Staaten
traten in Wettbewerb. Die Entdedung Amerikas lenkte
den SBerfehr nah Weiten, und die Reformation, die
die vielen Fatholijchen Fejttage nicht mehr kannte, zer=
jtörte eine der Grundlagen des Oftjeehandels, den
Heringsfang. AWber auch im inneren Leben der Stadt
eigt bereit? dag 15. Yahrhundert einen deutlichen
iedergang. Die Kirche war die Trägerin der {täDdti-
ihen SGrundftücsbewegung geworden; mit der Res
jormation wurde N durch den Holiteinijhen Adel
hierin abgelöft. iejer Jelbit erwarb immer mehr
Häufjer in. der Stadt Kiel, ohne doch an den {tädti«
jHen Lafjten teilzunehmen.
Die Reformation wurde im Yahre 1526 in Kiel
eingeführt; in diejem Yahre wurde Wilhelm Praweit
auf Luthers Empfehlung Baitor an der Nikolaikirche.
Durchgeführt wurde die Reformation unter dem zweiten
Bafjtor Yohannes EAN: Bon der Epijode des
Wiedertäufer8 Melchior Hoffmann fönnen wir hier
abfehen; er mag aber erwähnt werden, weil er um
dieje Zeit die erfte Buchdruckerei in Kiel eingerichtet
hat, die dann für längere Zeit die einzige geblieben
ijt, Das Franziskanerkflojter, die Gründung des Grafen
Adolf, des Begründers der Stadt Kiel, der jelbit als
Mönch im Jahre 1261 hier gejtorben und begraben
ijt, Jhenkfte König Friedrich 1530 der Stadt, eS wurde
Armenhaus, feine Kirche wurde {tädtijch, die Heiligen
geijtfirche. Das Heiligengeiftflojter in der Holffenjtraße
wurde jeßt hierher verlegt.
Hm, Hahre 1460 hatte Nönig Chrijtian I die bes
fannte Zujicherung geben müffen, daß Schleswig und
Holitein auf ewig ungeteilt zujammenbleiben follten.
Das hat aber nicht verhindert, daß die Länder mehr=


WEITET

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.