Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1912/13 (1912/13)

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übergeben, so daß diese seltenen und schönen Funde bis auf einen 
alle im Museum vereinigt sind. 
Angekauft wurden mehrere kleine Steinaltersammlungen die 
den Typenbestand des Steinalters wesentlich ergänzten, außerdem 
ein kleiner Bronzedepotfund von Schwartau mit sehr altertümlichen 
Formen. 
Die Ausgrabetätigkeit erstreckte sich auf fast alle Perioden 
unserer Vorgeschichte. 
Kustos Rothmann untersuchte eine große megalithische Grab 
kammer bei Hademarschen, Bronzealtergräber bei Wittstedt, Husby 
und Hademarschen; einen Eisenalterfriedhof bei Neu-Wittenbek und 
ein Wikingergrab bei Böcklund. 
Der Unterzeichnete untersuchte einen bronzezeitlichen Hügel 
auf Amrum, Eisenalterfriedhöfe bei Lütjensee und Ellerau. 
Die Untersuchungen in der Oldenburg bei Haddeby erstreckten 
sich im vergangenen Jahre im wesentlichen auf die Freilegung der 
westlichen Torhälfte, nach deren Untersuchung die Ausdehnung und 
der Aufbau des ganzen Tores vollkommen klargestellt werden 
konnte. Weitere Grabungen wurden auf dem Friedhof und an an 
deren Stellen innerhalb der alten Stadt vorgenommen. 
Manche wissenschaftlichen Schriften wurden vom Museum aus 
gefördert; der Direktor und der Kustos beteiligten sich mit Beiträgen 
an der zu Ehren Oskar Montelius’ erscheinenden Festschrift. — 
Der Besuch des Museums bezifferte sich auf über 8000 Personen. 
Dr. Knorr. 
47. Das Museum für Völkerkunde 
konnte in diesem Jahre seine Sammlungen wieder durch umfangreiche 
und recht wertvolle Schenkungen erweitern. U. a. sandte Kunst 
maler E. Vollbehr-München von seiner Kamerunreise im Winter 
1911/12 prächtige Ethnographica aus dem Bamumgebiete, darunter 
eine vollständige geschnitzte Türumrahmung. Prof. Dr. L. Schultze 
hinterließ dem Museum fast 300 Stück seiner umfassenden Sammlung 
von der Nordküste Neu-Guineas und den Ufergebieten des Kaiserin- 
Augusta-Flusses. Studenten der hiesigen Universität überreichten 
8 Gipsmasken von Südsee-Eingeborenen, abgenommen durch den 
Ethnographen O. Finsch und vervielfältigt von der Generalverwaltuug 
der Königl. Museen in Berlin. Außerdem wurde dem Museum von 
Frau Prof. L. Grube durch Testamentsvertrag die reichhaltige
	        

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