Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1910/11 (1910/11)

Von dem Verwaltungsjahr 1910/11, welches am 5. März 1 10 
mit der Übernahme des Rektorats durch Prof. Martius begann und 
am 7. März 1911 mit dem Rektorwechsel endete, ist außer der 
weiteren Zunahme der Zahl der Studierenden die Einweihung und 
Inbetriebnahme der Seeburg sowie die Eröffnung des neuen staats 
wissenschaftlichen Instituts hervorzuheben. 
Gegenüber 1649 Studierenden im Sommer und 1321 im Winter 
des Vorjahres wurden im laufenden Jahre im Sommer 1835, im 
Winter 1475 Studierende, darunter 34 und 31 studierende Frauen, 
gezählt. Die Zahl der Hospitanten betrug im Sommer 34, im 
Winter 65, diejenige der Hospitantinnen 24 und 30. 
Unter den im Sommer Immatrikulierten befand sich Se. Königl. 
Hoheit der Prinz Waldemar von Preußen. Nach 4semestrigem 
juristischem Studium in Straßburg trug er sich am 9. Mai als Rechts 
beflissener in das Album der Christiana Albertina ein. Der Über 
reichung der Matrikel, bei welcher der Rektor eine Ansprache hielt, 
wohnten der Universitätskurator, der Dekan und die Dozenten der 
juristischen Fakultät bei. 
Die Einweihung des bis auf die Umfriedigung, die Garten 
unlagen, die Terrasse und die Kegelbahnen fertiggestellten Studenten- 
und Professorenhauses Seeburgjjprfolgte am 12. November durch 
eine im Festsaale der Seeburg abgehaltene Feier, welcher Se. Königl. 
Hoheit der Prinz Waldemar von Preußen zugleich als Vertreter 
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen, die Spitzen 
der Behörden, die Dozenten sowie Vertreter der gesamten Studenten 
schaft beiwohnten. In der Festrede gab der Rektor einen Überblick 
über die Vorgeschichte, über den Bau und über den Zweck der 
Seeburg, die im Erdgeschoß Räume für den Segel- und Rudersport, 
im 1. Stock Restaurations-, Schreib- und Billardräume, im 2. den 
Festsaal, Klub- und Leseräume für Studenten und Dozenten und 
■m Dachgeschoß noch ein Musikzimmer enthält. Durch eine später 
auf dem Grundstück der Seeburg noch zu errichtende Turn- und 
Fechthalle soll auch für das Turnen und Fechten der Studierenden 
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