Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1910/11 (1910/11)

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Kläge führten, kam es zu einem längeren Schriftwechsel und zu 
mündlicher Aussprache zwischen dem Rektor und dem Polizei 
präsidenten; das Ergebnis war die polizeiliche Anerkennung des 
Rechtszustandes, wonach die Studentenkarte als völlig genügender 
Ausweis der Studierenden anzusehen und daher deren polizeiliche 
Festhaltung, soweit nicht aus anderen Gesichtspunkten geboten, 
durch Legitimierung mittels der Studentenkarte ausgeschlossen ist. 
Anderseits behält sich die Polizei die Sistierung zur Wache auch 
trotz sofortigen Vorzeigens der Erkennungskarte in geeigneten Fällen 
vor, und die Ablieferung eines sistierten Studenten zum Zwecke 
weiterer Festhaltung in den Universitätskarzer gemäß der Verfügung 
des Regierungspräsidenten zu Schleswig vom 4. September 1896 
erachtet der Polizeipräsident für künftig in der Praxis völlig ver 
meidbar, da ein nur vorläufig sistierter Student doch bald wieder 
entlassen werde, dagegen ein von vornherein zum Zwecke dauernder 
oder längerer Ingewahrsnahme sistierter Student in polizeilicher 
Verwahrung bleiben müsse. 
Verkehr nach außen. 
Über die am 11. und 12. März 1910 in Halle abgehaltene 
Preußische Rektorenkonferenz ist dem Konsistorium berichtet worden. 
Die unter Mithilfe unserer Universität vorbereitete diesjährige Rek 
torenkonferenz wird am 10. und 11. März in Halle abgehalten und 
vom Rektor und Prorektor besucht werden. 
Anwesenheitskontrolle der Studierenden. 
Die gemäß Ministerialerlaß vom 31. Mai 1900 gegen Ende des 
Sommersemesters 1910 erfolgte Kontrolle ergab, daß 3 Studierende 
ohne Abmeldung die Universität verlassen, 4 andere sich längere 
Zeit ohne Erlaubnis des Rektors von Kiel entfernt haben. Letztere 
4 wurden wegen Verstoßes gegen § 27 der Vorschriften mit einem 
Verweise bestraft. 
Die Kontrolle gegen Ende des Wintersemesters ergab, daß 
5 Studierende von ihren im Verzeichnis angegebenen Wohnungen 
unbekannt verzogen sind. Das König!. Polizeipräsidium ist um 
Auskunft über den Verbleib dieser Studierenden ersucht und hat 
noch nicht geantwortet. Die hiesige Wohnung eines dieser 5 ist 
inzwischen hier anderweit ermittelt, Bestrafung ist noch nicht er 
folgt. Ein 6. Studierender wohnte ohne Erlaubnis des Rektors in 
Rendsburg und ist deshalb mit einem Verweise bestraft worden.
	        
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