Full text: (1908/09)

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Die Arbeit ist keineswegs frei von Mängeln. Abgesehen davon, 
daß durch zahlreiche Schreibfehler das Lesen erschwert wird, ist 
die Ausdrucksweise an manchen Stellen unklar, und fehlt bei einigen 
anscheinend richtigen Behauptungen die Begründung. Demgegen 
über verdienen aber der Fleiß und das Geschick, mit welchem das 
Material zusammengetragen und verwertet ist, Anerkennung, so daß 
die Fakultät der Arbeit den Preis zuerkannt hat“. 
Die Eröffnung des Kuverts mit dem Motto 2X2 = 5 ergibt 
als Verfasser der preisgekrönten Schrift den cand. med. Engelhard 
Wychgram aus Leipzig. 
Von der philosophischen Fakultät: 
1. „In der Märchenforschung ist eine Gruppe deutscher Volks 
märchen unter dem Namen „Hadesfahrten“ bekannt. Die 
in diesen Märchen fortlebenden Unterweltsvorstellungen sind 
nachzuweisen sowie auf ihre Bedeutung für die Technik der 
volkstümlichen Märchendichtung zu untersuchen“. 
2. „Bei einem Büschel von Kegeln 2. Ordnung soll die 
Hauptachsenfläche und die von den zyklischen oder Fokal 
ebenen umhüllte Fläche analytisch untersucht werden“. 
Nur für die erste Aufgabe ist eine Bewerbungsschrift ein 
gegangen, über die das Urteil der Fakultät folgendermaßen lautet: 
„Die unter dem Motto „Ich möcht’ mich der wundersamen 
Historien usw.“ eingegangene Bearbeitung der von der 
Fakultät gestellten Preisaufgabe hat eine große Stoffmasse 
kritisch bewältigt. Der Verfasser hat einen Überblick über 
die in der deutschen Märchenpoesie bewahrten chthonischen 
Motive gegeben, die einzelnen Motive im wesentlichen 
richtig analysiert und ihre grundlegende Bedeutung für die 
Technik der Märchendichtung dargetan. Die Darstellung 
ist zwar nicht befriedigend, der wissenschaftliche Ertrag 
aber so erheblich, daß die Fakultät dem Verfasser den Preis 
zuerkennt“. 
Die Eröffnung des Kuverts mit dem Motto „Ich möcht’ 
mich der wundersamen Historien, so ich aus zarter Kindheit 
herüber genommen, oder auch, wie sie mir Vorkommen 
sind in meinem Leben nicht entschlagen, um kein Gold“ 
(Martin Luther) erweist als Preisträger den stud. phil. 
Johannes Siuts aus Popphuse.
	        
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