Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1899/1900 (1899/1900)

50 
10850. Die neuen Erwerbungen bestehen auch diesmal teils in 
den durch Ausgrabungen erlangten Fundsachen, teils in Ankäufen 
und Geschenken. 
Angekauft wurden die zu grösseren Bronzefunden gehörenden 
Goldsachen; ein Bronzehalsring aus dem Bastorfer Moor; ein 
Bronze-Depotfund aus dem Bohmstedter Moor; ein Depotfund aus 
der Eisenzeit aus dem Techelwitzer Moor; ein Goldschmuck, der 
vor ca. 50 Jahren bei der Markgrafenburg (Danewerk) gefunden 
wurde; ein Perlenfund (514 St.) aus dem Gunnebyer Noor bei 
Ulsnis; eine Sammlung von Steingeräten aus Nordschleswig; ein 
Bronzegrabfund mit Golddrahtspiralen von Süderhaff und die wert 
volle Sammlung des Herrn Lieutnants Burckhardt, bestehend in 
Gräberfunden (Bronzen und Gold) aus der Umgegend von Itzehoe. 
Geschenkt wurde eine kleine Sammlung von Steingeräten aus dem 
Ksp. Gross-Solt, von Herrn Bauunternehmer Molzen in Mühlenbrück. 
Ausgrabungen. Für Rechnung des Museums wurden von 
Dr. Splieth, z. T. mit Assistenz des Herrn Knorr, Bronzealtergräber 
aufgedeckt bei Eversdorf (Itzehoe), Sterup, Sieverstedt, Uelsby und 
Ekeberg (Angeln); von Herrn Kustos Knorr Urnengräber bei 
Alt-Rahlstedt und Hasselburg (Altenkrempe). Herr Dr. med. Riecken 
untersuchte Bronzegräber in Angeln. 
Um die mit jedem Jahre wachsenden Arbeiten bewältigen zu 
können, ist dem Museum anstatt des zeitweiligen Assistenten ein 
zweiter Kustos bewilligt und dies Amt Herrn stud. phil. Knorr 
übertragen worden. 
An literarischen Arbeiten gingen aus dem Museum hervor: 
Ausser kleinen Aufsätzen in verschiedenen Fachschriften, das XJ1I. Heft 
der Mittheilungen des Anthropologischen Vereins. Eine grössere 
Arbeit über schleswig-holsteinische Bronzen ist in Vorbereitung. 
Auf das bereits in früheren Berichten erwähnte, von der 
Museumsverwaltung an die Königliche Regierung eingereichte 
Gesuch zu Gunsten der Erhaltung des Danewerks ist bis jetzt 
keine Antwort erfolgt. 
Der Besuch des Museums bezifferte sich im Jahre 1899 auf 
ca. 4500 Personen. 
J. Mestorf. 
38. Das Museum für Völkerkunde. 
Von dem Herrn Minister sind auch in dem Berichtsjahre dem 
Museum für Völkerkunde 600 Mark aus dem Dispositionsfonds,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.