Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1899/1900 (1899/1900)

37 
Behufs Einrichtung eines Pestlaboratoriums mussten von dem 
Institut 3 bisher als Laboratoriumsräume verwendete Kellerräume, 
abgezweigt werden, was zur Folge hatte, dass der in der letzten 
Zeit schon vielfach empfundene Platzmangel im Institut sich seit 
dem in erheblich grösserem Masse bemerkbar machte. 
Häufiger noch als in den Vorjahren wurde von Behörden und 
Privaten die Mitwirkung des Instituts bei der Verhütung von 
Krankheiten, bei der Beschaffung bezw. Verbesserung hygienischer 
Einrichtungen etc. in Anspruch genommen. Dem Institut erwuchs 
hieraus so viel Arbeit, dass sich die Anstellung zweier Hilfsassistenten 
nötig machte. Als solche wurden zum 1. April die Herren Dr. 
nied. F. Schmidt und Apotheker R. Scheuermann angestellt. 
Am 1. Oktober schied Herr Dr. Jochmann, am 1. März Herr 
Dr. Schmidt aus dem Institut aus, dafür traten zum gleichen Zeit 
punkte die Herren Dr. med. G. Flatau bezw. Dr. med. et phil. 
R. Neumann als Assistenten ein. 
Dr. Fischer. 
17. Die Klinik für Zahnkrankheiten etc. 
Die an jedem Wochentag des Jahres 1899 gehaltene Klinik, 
welche nun 25 Jahre besteht, hatte eine Frequenz von 3352 
Personen aufzuweisen und zwar 1423 männlichen und 1929 weiblichen 
Geschlechts. Die verschiedenen zahnärztlichen Operationen betrafen 
zunächst 2948 Zahnextractionen, teils s. g. Milch- teils permanenter 
Zähne. Die Extraction der letzteren musste wegen zu weit vor 
geschrittener Caries, oder bestehender Entzündungsprozesse erfolgen 
und zwar in mehrfachen schwierigen Fällen unter allgemeiner 
Narkose oder lokaler Anästhesie. 
Die fernere Thätigkeit erstreckte sich auf die im Institute 
vorgenommenen Füllungen von 1349 Zahndefecten nach den ver 
schiedensten Methoden. Ferner wurden 11 Reguliermaschinen zur 
Geraderichtung schief gewachsener Zähne, sowie an sonstigen 
Prothesen, als Obturationen bei Wolfsrachen, Kieferbrüchen, Kiefer 
schienen und Resectionsstücke bei und nach chirurgischen Opera 
tionen 9 hergestellt, schliesslich 1 Ohrprothese. 
Die Zahl der Studierenden der Zahnheilkunde an der Universität 
belief sich im Sommersemester auf 18, im Wintersemester auf 23. 
Als Assistenten am Institute fungierten die Herren Zahnärzte 
Dr. Schroeder und der prakt. Arzt Henze.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.