Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1899/1900 (1899/1900)

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Winter 28 Prozent, aus anderen preussischen Provinzen 52 und 
48 Prozent, und endlich aus anderen deutschen Staaten 23 und 
22 Prozent. Das Verhältnis zwischen den Schleswig-Holsteinern 
und den nicht in dieser Provinz Geborenen betrug im letzten 
Sommer 1:3,4, vor 10 Jahren 1:1,5, vor 20 Jahren 1,5:1 und 
endlich vor 30 Jahren 4,4:1. Während also vor 30 Jahren die 
Studentenschaft zu mehr als vier Fünftel aus Schleswig-Holsteinern 
bestand, beträgt jetzt die Zahl der Schleswig-Holsteiner nur etwa 
ein Viertel der Gesamtzahl der hiesigen Studierenden. Die starke 
Zunahme der Frequenz unserer Universität ist mithin dem an 
wachsenden Zuzuge der Studierenden aus allen Teilen Deutschlands 
zuzuschreiben. 
Die Disziplin unter den Studierenden war im abgelaufenen Jahre 
eine befriedigende. Die akademischen Behörden hatten sich in der 
Hauptsache nur mit leichteren Ausschreitungen zu befassen. Nur 
in einem Falle lag ein schweres Disziplinarvergehen vor, das vor 
den Senat gebracht und mit Relegation geahndet werden musste. 
Auf eingelegte Berufung hat der Herr Minister das Urteil bestätigt. 
Aus den Überschüssen des Neuschassischen Stipendiums wurden 
vom Konsistorium verliehen: 
1. dem Privatdozenten in der philosophischen Fakultät Dr. Loh 
mann 1800 JL behufs Ausführung von biologischen Meeres 
untersuchungen an der Küste Algiers. 
2. dem Privatdozenten in der theologischen Fakultät Lie. theol. 
Riedel 1200 JC. zu Studien über die in Florenz und Rom 
vorhandenen Handschriften orientalischer Übersetzungen von 
Schriften der altchristlichen Litteratur. 
b. Die Verleihung der Neuschassischen Preise 
des Jahres 1899/1900. 
1. Die von der theologischen Fakultät gestellte Preis 
aufgabe : 
„Das Seelsorgerecht des evangelischen Geistlichen ist nach 
den reformatorischen Prinzipien zu bestimmen und gegen 
Überschreitungen zu umgrenzen.“ 
hat keinen Bearbeiter gefunden. 
2. Von den von der juristischen Fakultät gestellten beiden 
Preisaufgaben: 
a. „Die juristische Fakultät wünscht eine kritische Dar 
stellung der Lehre vom Wahnverbrechen.“
	        
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