Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1894/95 (1894/95)

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34. Das Museum vaterländischer Altertümer. 
Die Sammlungen des Museums sind im Jahre 1894 durch An 
käufe und Ausgrabungen angewachsen von Nr. 8523 bis 9501. 
Unter den Ankäufen ist vor allem zu nennen die seitens der 
Provinz mit Unterstützung des Herrn Unterrichtsministers zu Gunsten 
des Museums für 8000 Ji erworbene Sammlung des verstorbenen 
Herrn Amtsgerichtsrath Westedt in Meldorf, deren grosser Wert darin 
besteht, dass die Fundsachen mit wenigen Ausnahmen aus Dithmarschen 
stammen. 
Ausgrabungen sind vollzogen: 
1. Auf den Urnenfriedhöfen bei Hammoor (Kirchspiel Bargte 
heide) und bei Schönberg (Propstei). Alsdann wurden die vorjährigen 
Untersuchungen bei Nottfeld in Angeln weitergeführt, wo die Gräber 
wegen der Nachbarschaft des Torsberger Moores von besonderer 
Wichtigkeit sind, zumal sie aus derselben Zeit stammen, wie der all 
bekannte grosse Depotfund in genanntem Moor. 
2. Bei Triangel (Schleswig), Jordkirch, Maasbüll und Lügumkloster 
wurden Gräber der Bronzezeit aufgedeckt. Die von Herrn Custos 
Splieth geleitete Ausgrabung bei Jordkirch gab Veranlassung zum An 
kauf eines wohlerhaltenen schönen Steinaltergrabes bei Elisenlund 
(Apenrade) seitens der Provinzial-Kommission zur Förderung wissen 
schaftlicher etc. Bestrebungen, welche alsdann den Museumsvorstand 
mit der Aufdeckung des Hügels beauftragte und die Fundstücke dem 
Museum als Geschenk überwies. 
An literarischen Arbeiten gingen hervor aus dem Museum: Der 
40. Bericht von J. Mestorf mit Beitrag von W. Splieth; ferner in 
dem 8. Hefte der Mitteilungen des Anthropologischen Vereins von 
J. Mestorf: Die Hacksilberfunde im Museum vaterländischer Altertümer 
zu Kiel; von W. Splieth: Zwei Grabhügel bei Schuby unweit Schleswig. 
J. Mestorf. 
35. Das Museum für Völkerkunde. 
Für das) Etatsjahr 1894/95 waren aus dem Dispositionsfonds des 
Herrn Ministers wiederum 600 JL für das Museum ausgeworfen. Der 
Bestand an ethnographischen Gegenständen vermehrte sich um 283 
Nummern; er stieg demnach von 1080 auf 1363 Nummern. Der Hand 
bibliothek des Instituts überwies der Herr Minister wie in den Vor 
jahren das „Internationale Archiv für Ethnographie“; ausserdem wurde 
dieselbe insbesondere durch Zuwendungen des Anthropologischen Ver 
eins vermehrt. Der Besuch der Sammlung war gut. 
Dr. R, Scheppig.
	        

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