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sie unverkennbar die Ueberreste der Bevölkerung umschliessen, welche
Zeuge jener denkwürdigen Ereignisse war, die der massenhaften Nieder-
legung von Waffen, Schmuck und Geräth in dem genannten Moore
vorausgingen;
3. auf dem Nydam-Moor (Kirchspiel Satrap in Sundewitt). Die
dort aufs neue begonnenen Untersuchungen sind im Jahre 1893 leider
erfolglos gewesen, werden aber in diesem Jahre wieder aufgenommen
werden.
Unter den im Laufe des Jahres eingegangenen Geschenken ist der
sogenannte Figurenstein von Beidorf zu nennen, welcher, im Besitz des
Herrn Justizrath Claussen in Heide, nach dessen Tode von seiner Frau
Gemahlin dem Museum geschenkt worden ist. Dieser durch seine Grösse,
wie durch eigenartige Ornamente gleich ausgezeichnete Stein wurde 1882
nebst dem bereits im Museum befindlichen grossen Schalenstein (KS.
5105) in einem Grabhügel bei Beidorf (Kirchspiel Hademarschen) ge
funden. Sonach sind diese beiden merkwürdigen Steindenkmäler, die,
nachdem sie Jahrtausende beisammen in einem Hügel gestanden, ein
Jahrzehnt getrennt waren, nunmehr erfreulicherweise wieder vereint.
Nachdem eine Aufforderung zur Betheiligung an der Ausstellung
in Chicago von der Direktion des Museums abgelehnt war, richtete der
Reichskommissar für genannte Ausstellung noch einmal die dringende
Bitte, für die Abtheilung „Verkehrswesen“ das Modell des Nydambootes
nach Chicago zu senden, unter Zusicherung, dass dem Museum keine
Kosten daraus erwachsen sollten. In Folge dessen wurde im April 1893
das Bootmodell abgesandt. Im März dieses Jahres ist dasselbe, leider
in lädirtem Zustande, wieder eingetroffen.
An literarischen Arbeiten gingen hervor aus dem Museum: ein
Führer durch die Sammlungen in neuer Bearbeitung von J. Mestorf;
ferner in dem 7. Hefte der Mittheilungen des Anthropologischen Vereins
von W. Splieth: Ausgrabungen im Nydam-Moor und Bronzegräber in
Holstein mit 20 Abbildungen. Von J. Mestorf: Die Figurensteine von
Beidorf mit 2 Abbildungen. — Für das Jahr 1894 ist ein 40. Museums
bericht in Aussicht genommen.
J. Mestorf.
35. Das Museum für Völkerkunde,
Im abgelaufenen Etatsjahre sind dem Museum aus dem Dispositions
fonds des Herrn Ministers wiederum 600 Ji zugeflossen. Der Bestand
an ethnographischen Gegenständen hat einen Zuwachs von 46 Nummern
erfahren und ist damit auf 1080 Nummern gestiegen. Dazu kommen
zur Zeit rund 250 dem Museum leihweise anvertraute Gegenstände.

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