Full text: (1893/94)

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dahin ; das Ganze lebt als solches weiter ; und so wird über kurz oder 
lau« ein anderer auch den Lehrstuhl besteigen und einnehmen 
unser lieber Kollege von Kries verlassen. Für uns aber, für die einze 
Glieder unserer Korporation, die als Menschen von 1 leise i un 
mit und neben ihm gewirkt, für uns wird die Lücke unausge u , 
Andenken unvergesslich bleiben. • 
So rufe ich ihm denn im Namen der Chrisüana Albertina > 
Namen der Kollegen und Kommilitonen den letzten Abschie sgr 
und den herzlichen Dank für alles was er uns gewesen. 
Schlossmann. 
Rede 
bei der akademischen Tranerfeier 
für 
Gelieimratli Professor Dr. Peter Wilhelm Forcllllillllllier, 
gestorben den 8. Januar 1894. 
Hochverehrte Trauerversammlung! 
Liebe Commilitonen! 
Wieder ist die Aula unserer Universität zur Grabkapelle ge 
worden, wieder schicken wir uns an, einen theuren Entschlafenen zur 
letzten Ruhestätte zu geleiten. Wieder, wie gestern, mahnt uns die 
geheimnissvolle Nähe des Todes an die engen Grenzen, die unserem 
Sein gesetzt sind. Aber wie anders sind die Gedanken, welche die 
Wehmuth der heutigen Trennungsstunde in uns rege macht. Der 
Freund, den wir gestern hinaustrugen, schien von Forderungen an das 
Leben noch ein gehäuftes Maass zu haben. Sie sind ihm nicht eingelöst 
worden und der jähe Schnitt in ein junges, stolzes Leben erfüllt die 
^■urückbleibenden mit bitterstem Weh. 
An diesem Sarge dürfen wir trauern, aber nicht klagen. Nicht 
häufig zeigt sich die Natur ihren Kindern so freundlich, als eine so 
gütige Spenderin. Im 94. Jahre hat der Geheime Regierungsrath, der all 
verehrte Senior unserer Universität, Dr. Peter Wilhelm Forchhammer. 
e ' n Leben abgeschlossen, das von Krankheit kaum berührt, von Liehe 
umgeben, von Ehren reich geschmückt, der Beschädigung mit den 
leisten Gütern des Daseins gewidmet war. Ungetrübten Geistes bis 
ZUr Sterbestunde hat der 93jährige noch wenige Monate vor seinem 
1 1 •• hat bis 
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1 °de eine wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen können, hat
	        
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