Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1889/90 (1889/90)

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Unter den Sezirten waren 357 männlichen, 240 weiblichen Ge 
schlechts. Totgeboren waren 35, im ersten Lebensjahre standen 15U 
von 1—15 Jahre alt waren 148, darüber 263. 
Von den wichtigeren Befunden sind zu nennen: Krebs 39 —■ 
Sarkom 5 — akute Tuberkulose 40 — Tuberkulose im ganzen 105 — 
Syfilis congenita 19, erworben 6 — Rachitis 25 — Difterie 113 — 
Scharlach 1 — Erysipel 2 — Sepsis 1 — Pyämie 10 (davon 2 puerperal, 
I bei Aktinomykose) — Malignes Ödem 1 — Tyfus 8 — Dysenterie 
1 — Cerebrospinalmeningitis 9 — Pneumonie 92 (davon krupöse 36 
— katarrhal. 48) — Lungenbrand 3 — Fettembolie 2 — Krankheiten 
des Nervensystems 34 — der Kreislauforgane 70 — Atmungsorgane 
103 (ohne Tuberkulose) — Verdauungsorgane 147 — Harnorgane 30 
— Plötzlicher Tod 24 (Verblutung 3, Verbrennung 3, erhängt 7, er 
trunken 5, erschossen 3, vergiftet 2) — Schmarozer wurden 195 mal 
gefunden (Ascaris 76, Oxyuris 40, Trichocefalus 72, Bothriocefalus 1, 
Cysticercus 1, Pentastomum 5). 
Sodann kamen viele durch Operationen gewonnene Präparate 
und eine Anzahl Haustiere zur Untersuchung. 
Bei allen wichtigeren Fällen wurden bakteriologische Unter 
suchungen vorgenommen. 
Die meisten Sektionen konnten für den Unterricht verwandt werden. 
Am Demonstrations- und Sektionskurs nahmen im Sommer 124, 
im Winter 72 Studirende und Aerzte Teil; im Sommer wurde ein 
pathologisch-histologischer Kurs mit 112 Teilnehmern in 2 Abteilungen 
gehalten. 
Als I. Assistent war Herr Dr. Döhle tätig, als II. Assistent Herr 
Dr. W. Fischer bis 1. Oktober, von da an Herr Dr. M. Simon, als 
freiwilliger Assistent Herr Dr. Siegmund. 
Dr. A. Heller. 
8. Die medicinisclie Klinik. 
Im Rechnungsjahr 1889/90 wurden auf der medicinischen Klinik 
1542 Kranke (920 Männer 422 Weiber behandelt. Von diesen starben 
203 (124 Männer 79 Weiber). Ausserdem wurden 475 Krätzkranke 
(371 Männer, 104 Weiber) behandelt. 
Die Gesammtkrankenzahl hat demnach im Vergleich zu früheren 
Jahren erheblich zugenommen, so dass häufig Platzmangel entstand. —• 
Einen erheblichen Antheil an dem stärkeren Zugang hatte die herrschende 
Diphteritisepidemie. Vorwiegend die schwersten Fälle wurden der 
Klinik zugeführt, wie sich schon daraus ergiebt, dass bei den 230 
Diphtheriekranken 127 mal die Tracheotomie nothwendig wurde. Von
	        

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