Full text: Chronik der Universität Kiel für das Jahr 1887/88 (1887/88)

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Die Etiquettierung der Bücher ward nachträglich auf die 
Universitätsschriften ausgedehnt, welche vorgeschriebener Maassen in 
Sammelbänden vereinigt werden und nach dem Alphabet der Orte 
beziehungsweise nach Fakultäten aufgestellt sind. Um das Auffinden 
und Einstellen zu erleichtern, wurde eine Etiquettierung mit den Orts 
namen durchgeführt. 
Für die Vermehrung der Bibliothek war das abgelaufene Ge 
schäftsjahr ein ungewöhnlich günstiges und arbeitsreiches. Der schon 
wiederholt bethätigten Fürsorge des Herrn Ministers verdankten wir 
einen dritten ausserordentlichen Zuschuss, der die Ausfüllung grösserer 
und kostspielig zu ergänzender Lücken ermöglichte, und dessen Ver 
wendung bis auf einen für Indische Literaturwerke reservierten Rest 
stattgefunden hat. Ausserdem bewilligte der Herr Minister eine Aus 
wahl von Schriften aus der Waitz’schen Büchersammlung, wodurch die 
Bibliothek um 910 Nummern bereichert ward. In gleicher Weise 
empfingen wir aus den ebenfalls auf Staatskosten angekauften Bücher 
sammlungen der verstorbenen Kieler Professoren Wieding und Pansch 
44 und 247 Nummern, endlich aus den Doubletten der Königlichen 
Bibliothek zu Erfurt 8 Nummern (Bände). Der gesamte Zuwachs über 
stieg in Folge dessen die im Vorjahre erreichte höchste Ziffer noch 
um ein Bedeutendes. Ausser 335 Dissertationen- und Programmen- 
Bänden traten an gedruckten Büchern hinzu 3578 Nummern (volle 
Bände), im Vorjahre 2950. Davon entfielen auf die Geschenke der 
Schleswig - Holstein - Lauenburgischen historischen Gesellschaft 112 
Nummern. 
Die Sammlung der Manuskripte ward durch Geschenk um 
ein Sachsenspiegel-Fragment mit Glosse (K. B. 210 a ) von Custos Dr. 
Kochendörffer *) und um zwei Bände „Acten betreffend die Grenz 
regulierung zwischen Holstein und Schleswig“ (N. //. 106, AA) von 
Fräulein Ravit in Kiel, durch Kauf um eine Abschrift des Nordstrander 
Landrechts aus dem Jahre 1579 (S. H, 497, BB), zusammen um 4 
Bände vermehrt. 
Der gesamte Bestand betrug am Schlüsse des Etatsjahrs 192032 
Bände separater Bücher, 6739 Dissertationen- und Programmen-Bände, 
2331 Bände Manuskripte, im Ganzen 201102 Bände gedruckter Bücher 
u&d Handschriften (nebst 73 Urkunden und 3123 losen Kartenblättern). 
Die im Vorjahre nachgewiesene Zahl der laufenden perio 
dischen Schriften (855) vermehrte sich um 53. Darunter befinden 
*) Vgl. „Anzeiger der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.“ Philosophisch- 
historische Classe. Jg. 25. Wien 1888. S. 11.
	        

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