zeichnet sich seine Arbeit in ihrem ersten Theile durch ein sehr er
freuliches Maass selbstständiger und eindringender Arbeit an den kriti
schen Fragen, durch reinliche wissenschaftliche Methode und strenge
Durchführung aus. Es ist zu bedauern, dass, wie es scheint, Kraft oder
Zeit dem Verfasser gefehlt hat, in einer dem ersten Theile ebenbürtigen
Weise auch die zweite in der Aufgabe enthaltene Frage zu beantworten,
während er sich darauf beschränkt, nur noch in kurzen Andeutungen
auf wichtige und entscheidende Gesichtspunkte hinzuweisen. Gleichwol
kann die Fakultät kein Bedenken tragen die Arbeit des Preises für
würdig zu erklären.
Sie sieht sich daher auf Grund von § 6 des Regulativs vom
12. Mai 1875 veranlasst den beiden für preiswürdig befundenen Be
arbeitungen je einen halben Preis zuzuerkennen.
Ich öffne die Couverts und verkünde als Verfasser der Arbeit mit
dem erstgenannten Motto den Cand. theol. Emil Bruhn, als Verfasser
der Arbeit mit dem zweitgenannten Motto den Stud. theol. Heinrich
Meyer.
Die juristische Fakultät hatte die Frage gestellt:
„Inwieweit bildet bei strafbaren Handlungen Trunkenheit einen
Grund die Strafbarkeit auszuschliessen oder zu mindern?“
Eine mit dem Motto: „Justitia et virtus“ eingegangene Abhand
lung hat seitens der Fakultät folgende Beurtheilung erfahren: „Die
Fakultät hätte allerdings ein tieferes Eingehen auf die dogmengeschicht
lichen Verhältnisse gewünscht, auch vermisst sie in Absicht auf die
psychologischen Grundlagen eine schärfere Prüfung der bestehenden
Theorien. Im Uebrigen aber hat der Verfasser die Aufgabe richtig
erfasst, den Stoff übersichtlich und erschöpfend behandelt und mit selbst
ständigem Urtheil und durchweg zutreffend seine Entscheidungen ge
wonnen, insbesondere neben dem vielfach zu sehr betonten Einfluss
der Trunkenheit auf das Bewusstsein, auch ihren Einfluss auf die
Herrschaft des Menschen über sich und seine Leidenschaften scharf
hervorgehoben und richtig gewürdigt. Ueberhaupt beweisst die Arbeit
in ihren meisten Ausführungen Nachdenken und tüchtiges Streben, und
die Fakultät hat daher beschlossen dem Verfasser den Preis zu er-
theilen “.
Ich öffne das Couvert mit dem genannten Motto und verkünde
als Verfasser der preisgekrönten Schrift den stud. jur. Georg Döring.
Die medizinische Fakultät hatte als Aufgabe gestellt: „Die
Frage wie die Schallbewegung der in der Sprache vorkommenden Ge
räusche beschaffen sei, soll durch Herstellung von graphischen Dar
stellungen der Luftbewegung, welche einigen der Hauptconsonanten zu

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