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Dr. med. Werth; in der philosophischen Fakultät für den nach Halle
berufenen Professor der vergleichenden Sprachwissenschaft Herrn Dr.
Pischel Herr Professor Dr. Jacobi aus Münster. Die durch den
Weggang des Herrn Professors Dr. Engler nach Breslau länger er
ledigte Stelle eines Professors der Botanik und Direktors des botanischen
Gartens wurde zu Ostern durch die Berufung des ordentlichen Professors
Herrn Dr. Reinke aus Göttingen besetzt. Als ordentlicher Professor
für die deutsche Sprache und Litteratur wurde Herr Professor Dr. Vogt
aus Greifswald neu angestellt. Desgleichen nach einer Kuratorial-
mittheilung vom gestrigen Tage der Professor Dr. Kawerau in
Magdeburg für die Mitvertretung der praktischen Theologie. Die ausser
ordentliche Professur für theoretische Physik wurde dem bisherigen
Privatdozenten in München Herrn Dr. Planck übertragen. Befördert
wurde zum ausserordentlichen Professor der bisherige Privatdozent in
der juristischen Fakultät und Syndikus der Universität Herr Dr. Lehmann;
habilitirt hat sich in der philosophischen Fakultät für Chemie Herr Dr.
Berend. Durch Berufung als Professsor extr. nach Greifswald verlor
die philosophische Fakultät den Privatdozenten Herrn Dr. Pietsch,
durch den Tod die medizinische Fakultät den Privatdozenten Herrn
Dr. Rheder.
Ueber die Frequenz der Universität ist nur Erfreuliches zu be
richten. Im Sommer waren Studirende immatrikulirt und in Kiel an
wesend nach der definitiven (gegen die vorläufige um 2 grösseren)
Aufstellung 489 gegen 435 im Vorjahre, überhaupt zum Hören von
Vorlesungen Berechtigte 523 gegen 459 im Vorjahre. Im Winter
semester, welches erfahrungsmässig immer eine erhebliche Abnahme
zeigt, waren immatrikulirt und anwesend 453 gegen 387 im Vor
jahre und zum Hören berechtigt 467 gegen 465. Drei von den
Studierenden hat leider der Tod unserer Universität geraubt, den Stu
diosus der Naturwissenschaften Eduard Grappengiesser aus Franken
hausen, den stud. philos. August Lincke aus Hamburg und den stud.
theol. et phil. Gustav Sieck aus Lage in Lippe-Detmold; wegen Un-
fleisses gestrichen sind zwei. Obwohl trotz der grösseren Zahl der
Studierenden die Anzahl der disciplinarisch zu ahndenden Ausschreitungen
geringer war, als im Vorjahre, hat doch mehr Karzerstrafe erkannt
und in einem vereinzelten Falle die Strafe der Entfernung von der
Universität ausgesprochen werden müssen. Ich fühle mich daher be
rechtigt und verpflichtet, unseren jungen Commilitonen den Wunsch
und die Bitte ans Herz zu legen, sie möchten künftig weniger ge
schehen lassen, dass die Ausschreitungen im Gebrauche der akademischen
Freiheit ausserhalb die Vorstellung erwecken, es sei eine gefährliche

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