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Friedrichsort, jetzigen Geheimen Regierungsrath in Berlin, Dr. Werner
Siemens ausgeführte unterseeische Mienenlegung zum Schutze des
kieler Hafens grosses Aufsehen. Der elektrische Strom einer starken
Stöhrer’schen elektromagnetischen Rotationsmaschine sollte durch einen
überspringenden Funken innerhalb grosser, mit Schiesspulver gefüllter,
Säcke von Kautschuckstoff das Pulver entzünden und nach Art der
jetzigen Torpedo’s darüber hinwegfahrende Schiffe zertrümmern. Nach
dem diese Säcke mehrere Jahre auf dem Meeresgründe gelegen hatten,
fand das Pulver sich trocken und die Stromleitung war unversehrt ge
blieben.
Der Daguerreotypie und der dieselbe später verdrängenden Photo
graphie wendete Himly jahrelang sein ganz besonderes Interesse zu
und galt daher als Autorität auf diesem Gebiete. Er verwerthete seine
Entdeckungen zu Lehrkursen für zahlreiche von ihm ausgebildete
Photographen. Für die Daguerreotypie hatte er eine Plattenversilberungs
methode erfunden, für die Photographie eine Reihe neuer Reagentien
eingeführt. Die späteren technischen Fortschritte dieser Erfindungen
hat er jedoch nicht weiter verfolgt.
Von vielen andern Arbeiten mögen noch einige angeführt werden.
Im Jahre 1861 wurden im Laboratorium vorzügliche Silberspiegel auf
Glas aus Silberammoniumtartarat hergestellt. Als später diese Erfindung
durch käufliche Ueberlassung an eine Moskauer Spiegelfabrik verwerthet
werden sollte, scheiterte dies allerdings daran, dass dem dorthin ge
sandten Beauftragten die Herstellung fehlerfreier Spiegel nicht gelang.
In demselben Jahre wurden Versuche über Aufschliessung von Braun
stein durch gasförmige schwefelige Säure gemacht. Es handelte sich
darum, in dem aus dem Bergwerke von W. Siemens im Kaukasus
entnommenen Erze einen geringen Antheil Kobalt löslich zu machen
und auszuscheiden. Dies gelang Himly nach Anwendung einer neuen
Methode, was bei weiterer Fortsetzung dieser Untersuchungen durch
ihn und seinen derzeitigen Assistenten Wolff zu der Idee von „Wolff’s
Colorimeter“ führte. Auch gelang Himly eine vorzügliche galvanische
Verkobaltung und Vernickelung von Metallgegenständen. Aus späterer
Zeit sind zu erwähnen: die Einführung zweckentsprechender elektro
lytischer Flüssigkeiten, die Konstruktion eines Kohlensäure-Bierdrucks
apparates, eines Apparates zur Bestimmung des Schmelzpunktes fester
Körper, die Darstellung chemisch reinen Tellurs auf elektrolytischem
Wege, ganz besonders aber das von ihm in den letzten Jahren erfun
dene Asphalt-Sprengpulver, dessen Produktion durch eine Fabrik
in Schlesien jährlich viele Tausende von Centnern beträgt.

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