8
demselben. Um die zwei oben genannten Handschriften der Metamor
phosen von neuem zu vergleichen und für die kleinen Schriften des
Apulejus den handschriftlichen Apparat zu sammeln, nahm er von
Ostern 1874 auf ein Jahr Urlaub und reiste nach Paris und nach Italien.
Was ihm die Tätigkeit für diese seine Hauptaufgabe an Zeit übrig liess, ver
wandte er auf Collationen zu Serenus Sammonicus, Silius Italicus,
Manilius, Celsus u. a. Zurückgekehrt schloss er im Jahre 1875 mit
Teubner einen Vertrag über eine kritische Ausgabe sämmtlicher Schriften
des Apulejus und legte den Plan zu derselben in dessen ,Mitteilungen“
1875 N. 5 vor. In den Dienst dieser Ausgabe stellte er seine Musse-
stunden in Flensburg und zunächst auch in Greifswald, an dessen
Gymnasium er Ostern 1876 als Oberlehrer berufen wurde. Einen Vor
läufer der Ausgabe bildet die wissenschaftliche Beilage zum Programm
des letzteren Gymnasium vom Jahre 1878: Apulei de deo Socratis
emendabat et adnotabat Chr. L., eine Textrecension mit kritischem
Apparat von der Schrift de deo Socratis nebst einem kritischen Anhang,
in welchem er sich über das Verhältnis der zwei von ihm aus der
übrigen Masse herausgehobenen Handschriften von München und Florenz
und über die Corruptelen ihres Archetypus ausspricht, eine ebenso sehr
durch Sauberkeit wie durch Scharfsinn ausgezeichnete Arbeit. Darauf
trat diese vor einer andern zurück, für welche er von der Direktion
der scriptores antiquissimi der Monumenta Germaniae historica ge
wonnen worden war, vor der Ausgabe des Apollinaris Sidonius. Auch
war die Zeit, welche ihm zu wissenschaftlicher Arbeit blieb, sehr be
schränkt, seitdem er (seit Ostern 1877) zugleich als Privatdocent an
der Universität Vorlesungen hielt, zumal er diese, wie alles, aufs ge
wissenhafteste vorbereitete. Ausser einem einstündigen Publicum, La
teinischen Stilübungen, las er meistens noch ein dreistündiges Privatum
(S. S. 1877: Apulejus’ Amor und Psyche mit Einleitung über die
römischen Schriftsteller aus Afrika, S. S. 1878: über die römischen
Epiker nach Virgil, W. S. 1878: Juvenal, S. S. 1879: Cicero pro
Muraena mit besondrer Rücksicht auf römische Altertümer). Etwas
mehr Müsse gewann er, als er Ostern 1880 seine Stellung am Gym
nasium in Greifswald mit einer gleichen in Kiel vertauschte, ohne
gleichzeitig seine Kräfte der Universität zu widmen.
Er arbeitete eifrig am Sidonius, für welchen er noch 2 kürzere
Reisen, im Sommer 1880 und 1883, nach England und Frankreich
unternahm, x ) schrieb nebenbei einen Aufsatz im Rhein. Museum
1 ) Er selbst hat noch die Drucklegung bis zum 14. Bogen besorgt und das Manu-
script bis c. 40 druckfertig gemacht. Die Sorge für die Vollendung hat Th. Mommsen

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.