Weiterung der Dissertation, welche er im Jahre vorher zur Erlangung
der Doktorwürde der philosophischen Fakultät eingereicht hatte. Die
selbe befasst sich mit dem 5. Buch der Elegien des Properz, indem sie
sowol Fragen der recensio und emendatio, als auch den Plan des Dichters
in der Zusammenstellung der Gedichte und die Gliederung der letzteren
einer methodischen Erörterung unterzieht, als auch endlich die Autorschaft
des Properz gegen Zweifel von Heinireich und Carutti durch metrische
und prosodische Beobachtungen zu schützen unternimmt. Auch wer
sich nicht mit allen Einzel-Resultaten einverstanden erklären kann, wird
doch an dieser Erstlingsschrift eine über das gewohnte Maass bei
weitem hinausgehende Reife des Urteils anerkennen.
Die Drucklegung
derselben
erfolgte
wohin sich L., wie schon so mancher andre vorher, begeben hatte, um
nach absolvirtem Doktor- und Staats-Examen Ritschl’s Einfluss auf sich
wirken zu lassen. Dass derselbe bei ihm kein so tiefgreifender wurde,
lag wol besonders daran, dass er gleichzeitig seiner Militärpflicht (im 36.
Füsel.-Reg.) genügte, und dass im folgenden Jahre der Krieg mit Frankreich
ausbrach. Diesen machte er im 85. Infanterie-Regiment mit. Nach dem
Friedensschluss begab er sich nach Kiel zurück und trat zu Michaelis bei
der Gelehrtenschule daselbst als Candidatus Probandus ein. In dieser Zeit
schrieb er seine nächste Arbeit: „Kritische Beiträge zu Apulejus’ Meta
morphosen“, welche im 3. Bande der von Ritschl herausgegebenen
Acta societatis philologae Lipsiensis, Lipsiae 1873 p. 443—504 gedruckt
wurde. In dieser gab er ein vollgültiges Zeugnis wie seiner Vertrautheit
mit Apulejus, so seiner kritischen Schulung. Indem er nachdrücklich
betonte, dass die Abschrift Laur. 29,2 (cp) aus dem Stammcodex Laur.
68,2 (F) gemacht worden sei, ehe dieser von zweiter Hand (f) durch-
korrigirt worden war, erwies er, dass eine viel konsequentere Berück
sichtigung verdiene, als ihr in der letzten Ausgabe, der von Eyssen-
hardt, zu Teil geworden sei. Desgleichen machte er auf die Bedeutung
von Lucians Aovxioq ij ’Övog für die Textkritik der Metamorphosen des
Apulejus, besonders für die Annahme von Lücken aufmerksam, endlich
aber zeigte er auch, wie für viele verderbte Stellen dieser Schrift die Heilung
nur in genauester Beobachtung des Sprachgebrauches des Apulejus über
haupt und seiner Schreibart in dieser Schrift im besondern zu finden sei. 1 )
Ostern 1872 ging er an das Gymnasium in Flensburg über und
erhielt noch in demselben Jahre die Stelle eines ordentlichen Lehrers an
!) Der „Freund“ dessen Meinungen mehrfach (S. 462 und 473) erwähnt werden,
ist nach Bleistiftnotizen im Exemplar der Acta unsrer Universitäts - Bibliothek, wie zu er
warten war, Erwin Rohde.

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