Full text: Chronik der Universität Kiel (1883)

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30, Das Schleswig-Holsteinische Museum vaterländischer Alterthümer. 
Der Hauptkatalog der Alterthumssammlung zeigt im verflossenen 
Etatsjahr 1883—84 eine Vermehrung von Nr. 5350 bis 5786. 
Die Untersuchung des zweiten Urnenbegräbnissplatzes auf dem 
Felde des Herrn Ladiges zu Sülldorf wurde durch Herrn Lehrer Fuh 
lendorf mit grossem Erfolg fortgesetzt (Nr. 5366—92, 5640—53). Die 
Herren Lehrer W. Splieth in Kiel und Maler H. Holm in Schenefeld 
untersuchten für das Museum einen reichhaltigen Urnenhügel bei Ohr 
see, Kirchspiel Schenefeld (Nr. 5576—81, 55721.—76I., 81 I. —X). 
Neuerdings hat Herr Bahnhofsinspektor Jürgensen zu Ober-Jers dal 
Ausgrabungen auf einem benachbarten Urnenfelde in hiesigem Auf 
träge begonnen (Nr. 5771—77). 
Ausser der im Bereich des Kaiserlichen Marine-Etablissements bei 
Ellerbek früher entdeckten Wohn- und Arbeitsstätte der älteren 
Steinzeit 1 ) haben die während der Jahre 1882 und 83 vorgenommenen 
Baggerungen im Kieler Hafen noch zwei ähnliche Fundstellen ergeben, 
und sind die betr. Fundsachen (Nr. 5514, von der Bank Ellerbeker 
Haken und Nr. 5664, vor der Schwentine-Mündung) mit Geneh 
migung der Kaiserlichen Marinebehörden von dem Herrn Hafenbau 
direktor Franzius, nebst Uebersichtskarte, eingeliefert. 
Angekauft wurden u. a.: 
(Nr. 5393—5465, 5594—5608.) Sammlung des verstorbenen Pro 
fessor Dr. G. Thaulow in Kiel. 
(Nr. 5507.) Eine im Römisch-Germanischen Central - Museum 
angefertigte Nachbildung des im Gymnasium zu Eutin aufbewahrten 
Metallgürtels, welcher im Grossenholz, einer Holzung auf den Hof 
ländereien des Gutes Güldenstein, Kirchspiel Hansühn, gefunden ist. 2 ) 
(Nr. 5543.) Bronzesachen aus der Steinkammer eines südlich 
von der St. Laurentii-Kirche auf Föhr belegenen Grabhügels. 
(Durch gütige Vermittelung des Herrn Pastor F. Caspers zu Süderende). 
Von den Geschenken hebe ich hervor: 
(Nr. 5541 3 ), 5658 und 5765.) Fundsachen aus zwei verschiedenen 
*) Bericht 36 S. 5 (Nr. 4239 und 4376). 
2 ) Correspondenzblatt des Gesammtvereins der Deutschen Geschichts- und Alter 
thumsvereine 1881 S. 6, Frage 9. 
3 ) Hier wurden als Beigaben gefunden ein Bronzering mit Oese und Bruchstücke 
eines gewundenen bronzenen Halsringes. Beides zusammen ist schon früher in einer 
Urne bei Dockenhuden (Nr. 4839) vorgekommen; Bruchstücke eines gewundenen 
Bronzerings (Nr. 3835) auch auf dem Urnenfelde Rathsberg bei Pinnebergerdorf. 
Ueber die Ringe mit Oese vgl. Verhandlungen der Berliner anthropologischen Gesell 
schaft 1882 S. 255—60.
	        

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