Full text: (1883)

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Der Umzug hat nach vierwöchentlicher harter, angestrengter 
Arbeit aller dabei Betheiligten am 23. April sein Ende erreicht. Es 
wird von Interesse sein, die geleistete Arbeit in Zahlen auszudrücken. 
Eine Büchermasse von annähernd 190 OOO Bänden mit einer Längen 
ausdehnung von insgesamt etwa 6400 laufenden Metern ist aus dem 
Schloss nach dem neuen Bibliothekgebäude übergeführt ; ausser den 
grossen Bänden sind täglich durchschnittlich fast 200, im Ganzen 4507 
Transportkisten befördert und über 1100 Repositorien besetzt worden. 
Die neue Katalogisierung (Verzettelung), über deren Hemm 
nisse im Vorjahre (Chronik 1882 S. 14) berichtet ist, ward so weit 
als möglich gefördert. In der Medicin wurde die Katalogisierung der 
umfangreichsten Abtheilung, Medicina practica, zu Ende geführt und 
ausserdem ganz verzettelt die Anatomie und Diätetik, fast ganz die 
Physiologie und Pathologie. Von dem Fache 1 (Literärwissenschaft) 
wurden die Schriften über Spiele erledigt und die Katalogisierung der 
Romane nahezu beendigt. Weiter verbleiben zur Erledigung nur noch 
die beiden Abtheilungen der Medicina miscella und der Therapie. Es 
darf die zuversichtliche Hoffnung ausgesprochen werden, dass der 
Zettel-Katalog binnen Kurzem zur Vollendung gelangen wird. 
Zu den ausserordentlichen Arbeiten zählt sodann die Wiederher 
stellung der alten Bordesholm er Bibliothek, deren Reste den Stamm 
der Kieler Bibliothek gebildet haben. Es hat eine genaue Ermittelung 
des Bordesholmer Bestandes an Handschriften und Drucken stattgefun 
den. Auch schien es rathsam, die solchergestalt ermittelten Drucke 
herauszuziehen und, wie die Bordesholmer Handschriften, besonders 
aufzustellen. Die Resultate dieser Arbeit sind in einer Festschrift zur 
Eröffnung des neuen Bibliothekgebäudes weiteren Kreisen zugänglich 
gemacht. *) 
Der Schriftentausch der Universität, dessen Besorgung im 
Vorjahre von der Bibliothek übernommen war (Chronik 1882 S. 15), 
wurde auf die Französischen Universitäten ausgedehnt. 
Was die Vermehrung der Bibliothek betrifft, so belief sich der 
Zugang an gedruckten Büchern (ohne die Dissertationen und Pro 
gramme) auf 1919 Nummern (volle Bände), gegenüber 2281 Nummern 
im Vorjahre. Dazu traten 159 Dissertationen- und Progrämmen-Bände. 
Die Sammlung der Manuskripte wurde durch zwei Bände zur 
Schleswig-Holsteinischen Geschichte (S. H. 180, B und S. H. 405, DD) 
vermehrt. 
*) „Die Klosterbibliothek zu Bordesholm und die Gottorfer Bibliothek» Drei biblio 
graphische Untersuchungen von Dr. Emil StefTenhagen und Dr. August Wetzel.“ 
Kiel 1884, VII und 232 Seiten 8°.
	        
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