Full text: (Band XXVIII.)

Hochverehrte Anwesende! 
Her schönste Festtag des deutschen Volkes ist wiedergekehrt: unser aller 
gnädigster Kaiser und König feiert heut seinen fünfundachtzigsten Geburtstag. In allen 
deutschen Gauen, ja überall wo deutsche Zungen klingen, steigen Segenswünsche für 
ihn zum Himmel empor, erschallt lauter Jubel. Uns Bewohnern dieses Landes erneuert 
sich die beglückende Erinnerung an die Freudentage des vorigen Jahres, an welchen 
es uns vergönnt war sein Heldenantlitz zu schauen, seine die Herzen gewinnende 
Freundlichkeit auch an uns zu erfahren, seine unbesiegliche Ausdauer und Pflichttreue, 
durch welche er allen ein leuchtendes Vorbild ist, zu bewundern. Ueber alle Lippen 
kommt von neuem aus der Tiefe des Herzens die Bitte:' Gott segne unsern 
Kaiser und schenke ihm, getragen und beglückt von der Liebe seines 
Volkes, noch viele Jahre kraft- und friedvoller Regierung! Und laut 
stimmt unsere Hochschule in diese Glückwünsche und in den Festes-Jubel ein. Sie 
fühlt sich nicht blos als Glied des Ganzen, sie weiss sich auch als besondern Gegen 
stand seiner landesväterlichen Fürsorge, welche, getrieben vom Geist der Wahrheit 
und Liebe, durchdrungen von der Bedeutung der Wissenschaft, wol weiss, was die 
Hochschulen dem Vaterlande gewesen sind und, so Gott will, stets sein werden. 
Und der Vertreter der Wissenschaft des classischen Altertums, welcher die Ehre hat 
im Namen der Universität an diesem Tage zu Ihnen, hochverehrte Anwesende, zu 
sprechen, fühlt sich nicht am wenigsten beglückt durch das lebhafte und tiefe Inter 
esse, welches der erhabene Monarch ihr im Besonderen zuwendet. Mit ehrfurchts 
vollstem Danke hat sie die Förderung anzuerkennen, welche ihren Bestrebungen unter 
der Regierung Seiner Majestät daheim und in fremden Landen in mannigfachster 
Weise zu Teil wird. Der allerhöchste Erlass, welcher das archäologische Institut in 
Rom aus einer Privat- in eine Staats-Anstalt umwandelte, datirt aus dem Haupt 
quartier von Versailles und enthält so die schöne Bürgschaft, dass die Sorge unsers 
Kaisers für die friedlichen Arbeiten der Wissenschaft auch in den schwierigsten Zeit-
	        
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