Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1881/82 (Band XXVIII.)

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2. Universitätsbibliothek, 
Bericht über die Verwaltung der Königlichen Universitäts-Bibliothek zu Kiel im Etatsjahr 1881 82. 
Der vorliegende Bericht hat mit dem Ausdruck dankbarer Freude zu beginnen, dass der 
lange geplante und von Jahr zu Jahr dringlicher gewordene Neubau eines eigenen Bibliothek 
gebäudes (Chronik [876 S. 12, 13; 1877 S. 8; 1878 S. 21; 1880 S. 15)*) seiner endlichen 
Verwirklichung entgegengerückt ist. Nachdem durch den Staatshaushaltsetat pro 1. April 1881/82 
die erforderlichen Mittel bewilligt waren, hat der Herr Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten 
mittelst Erlasses vom 2. Mai 1881 die sofortige Inangriffnahme und die energische Fortführung 
des Baues angeordnet, und ist demgemäss mit dem Neubau begonnen worden. Die Bauausführung 
ward dem Königl. Kreisbauinspector FRIESE übertragen. 
Die neue Katalogi si r u n g (Verzettelung) konnte nur von den Beamten der Bibliothek 
innerhalb der Dienststunden neben den laufenden Geschäften gefördert werden, seitdem die dafür 
bewilligten ausserordentlichen Mittel mit Beginn des abgelaufenen Etatsjahrs in Fortfall gekommen 
waren (Chronik 1880 S. 15)- So wurde im Bereiche des Faches 1 die Katalogisirung der Poeten 
beendigt, von der Medicin die Materia medica und die Pharmacie zum Abschluss gebracht und 
ihre umfangreichste Abteilung, Medicina practica, zu einem erheblichen Teile erledigt. 
Von sonstigen ausserordentlichen Arbeiten, welche im Laufe des Etatsjahrs zum Abschluss 
o-ediehen, ist das Ordnen und Einbinden eines Vorrats von Universitätsschriften und 
Schulprogrammen namhaft zu machen, die seit einem Menschenalter provisorisch in Mappen 
aufbewahrt waren und ebenso, wie die Dissertationen, vorschriftsmässig in Sammelbänden vereinigt 
werden mussten. Es traten solchergestalt zu den vorhandenen 3725 alten Bänden vom Jahre 1875 
bis zum Ablauf des Etatsjahrs 1881/82 im Ganzen 1414 neue Dissertationen- und Programmen 
bände hinzu, so dass deren Gesamtzahl auf 5139 Bände stieg. Diese. Zahl erhöhte sich noch 
durch 3 ältere Dissertationenbände aus der unten erwähnten FRIEDLIEB’schen Bibliothek auf 
5142 Bände. 
Die Vermehrung der Bibliothek anlangend, gingen ihr Geschenke und Austausch. 
Schriften von folgenden Behörden und Instituten, sowie Vereinen zu: den Königl. Preussischen 
Ministerien des Cultus, für Landwirtschaft und der öffentlichen Arbeiten, dem Grossherz. Olden- 
burgischen Staatsministerium, dem Belgischen Ministerium des Innern, dem India Office (London), 
dem Deutschen Reichstag und dem Hause der Abgeordneten des Preussischen Landtags, dem 
Hydrographischen Amt der Kaiserl. Admiialität, dem Kaiserl. statistischen Amt des Deutschen 
■Reichs, den Königl. statistischen Bureaus in Berlin und Dresden, dem Handelsstatistischen Bureau 
in Hamburg, dem statistischen Bureau der Stadt Berlin, dem Landesdirectorium zu Kiel, dem 
Siebenbürgischen Landeskonsistorium, dem Provinzial-Schul-Kollegium für Schleswig-Holstein, dem 
Bureau of Education zu Washington, dem Generalstabsarztamt der Vereinigten-Staaten-Armee, der 
Hof- und Staatsbibliothek zu München, den Stadtbibliotheken zu Lübeck und Hamburg, den Kuratoren 
*) Vgl. auch F. Volbehr, Mittheilungen der Gesellschaft für kieler Stadtgeschichte. Hft. 3*4, 1881. S. 28 f
	        

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