Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1881/82 (Band XXVIII.)

8 
Die Fakultät vermag daher dem Verfasser den Preis nicht zuzuerkennen, will demselben 
aber, indem sie vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung dieselbe Aufgabe neben einer neuen 
noch einmal stellt, Gelegenheit geben, bei einem etwaigen neuen Lösungsversuche seine bisher 
auf den Gegenstand verwandten Studien zu verwerten. 
Bei der juristischen und der medicinischen Fakultät sind Bewerbungen um die gestellten 
Preisaufgaben nicht eingegangen. 
Der philosophischen Fakultät ist nur eine einzige Arbeit eingereicht worden, welche das 
gestellte Thema betraf: über die Entwicklung der Blüten und Frucht bei den Plataneen. Der 
Verfasser derselben tritt aber selbst nicht als Preisbewerber auf, sondern erkennt die Unzulänglichkeit 
und namentlich Unvollständigkeit seiner Untersuchung an. Die philosophische Fakultät hat aber 
in der ihr vorgelegten Arbeit immerhin einen ernsten und wissenschaftlich nicht wertlosen Versuch 
einer Lösung der Aufgabe erkannt, und in der bestimmten Erwartung, im nächsten Jahre eine 
definitive Lösung desselben zu erhalten, sieht sie sich veranlasst nach Einholung der ministeriellen 
Genehmigung die gestellte Preisaufgabe für das Rektoratsjahr 1882/83 zu wiederholen. 
So ist denn diesmal der scheidende Rektor zu seinem Bedauern nicht in der Lage, die 
Erteilung eines Preises zu verkündigen. Es würde voreilig sein, aus der geringen Zahl von 
Bewerbungen um die vorgesteckten Preise einen nachteiligen Schluss ziehen zu wollen auf den 
unter der studirenden Jugend vorhandenen wissenschaftlichen Eifer, da sehr verschiedene Bedingungen 
Zusammentreffen müssen, um den Einzelnen in die Lage zu versetzen, dass er, ohne andie Eifoidei- 
nisse seiner wissenschaftlichen Ausbildung aus den Augen zu verlieren, seine ganze Kraft wahrend 
des grössten Teiles eines Jahres auf eine derartige Aufgabe concentnrt; allem wir geben die 
Floffnung nicht auf, dass es auch künftig nicht an strebsamen Studirenden fehlen wird, bei denen 
jene Bedingungen Zusammentreffen, die es ihnen möglich machen ihie Kiäfte an den gestellten 
Aufgaben zu erproben, und dass die Erfahrung von einzelnen Miserfolgen von diesem Wege nicht 
abschrecken wird. 
Ich bin zu Ende und wende mich dem letzten öffentlichen Akte meines Rektorats zu, 
indem ich als meinen vom akademischen Consistorium erwählten und höheren Orts bestätigten 
Nachfolger proklamire den ordentlichen Professor der pathologischen Anatomie Herrn Dr. ARNOLD 
Heller. Indem ich Sie feierlich mit dem Zeichen Ihrer Würde bekleide, freue ich mich, der 
erste sein zu dürfen, der Ihnen die Glückwünsche zu derselben darbringt. Möge unter ihrer 
Leitung unsre geliebte Universität in dem neuen Jahre wachsen, blühen und gedeihen. Das walte Gott. 
Dr. Möller.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.