Full text: (Band XXVI.)

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ich fregen : geben H 3583 und D: ich haben : dragen 244, ich vollbringen : willen 1182. — Die 
Endung —en für die 1. Sg. ist im md. früh verbreitet. 
Als Endung der 2. Sg. werden wir—es anzusetzen haben: gebüde.? : lüde 262; die Reime 
bist : Krist 3441 und ist : Krist 127. 3319. H 561 widersprechen dieser Annahme nicht, da eben 
so wol bis, is : Kris(t) gesprochen sein kann. 
In der 1. PI. ist die Endung —nt durch den Reim: wir hänt : lant H 379*5 nicht bezeugt, 
weil dieser von PI gefälscht ist. 
Für die 2. PI. ist die seit dem XII. Jahrh. und zuerst md. vorkommende Nebenform auf 
—en (s. W. § 352) im Reime ir dwinget : willen 267. 273 möglich, aber nicht sicher, denn t wird 
auch sonst mit n im Reim gebunden. 
Der Infinitiv auf —e, md. häufiger, als oberd, wird durch zahlreiche Reime wahrscheinlich, 
z. B.: Ionen : schone 58. 3580. wizzen : sippe 218. haben : dage 280 : grabe 782. 1776. fähen : 
wäge 624. füren : küne 1046. 2336 : Triere 3186. 3260 (4 m.). erwerben : werde 1051. springen : 
kuniginne 1123. 1437. gewinnen : sinne 1296 : minne 1830. bliben : Bride 1856. 2882 : Ise 3004. 
3354. sagen : grabe 2200 : habe 3224. 3478. dwingen : kuniginne 3275. 3333. schouwen : vrouwe 
3624. u. s. w. 
Praet er itum. a) der starken Verba. In Betreff des Ablautes ist als unregelmässig zu 
erwähnen sl<?f (sliufen) 34 statt slouf, durch HD belegt, aber nicht im beweisenden Reime, und 
lüwe (Conj. Praet. von lihen) : kune 1100; ü entstand durch Einwirkung des w. — Im Plural der 
sechsten ablautenden Classe wird nach md. Art (W. § 338) o für gemeind, u verwandt: entsbzzen 
(3. PI.) D 93: geflozzen. 
Die zweite Person Sg. zeigt noch nicht das schon frühe angehängte s, st: gewunne 
150 : kunne. 
b) der schwachen Verba. Für die langstämmigen Verba der ersten schwachen Conjugation 
sind nur die suffixlosen, unumgelauteten Formen verbürgt: besande : lande 409.2409.2685 : hande 
H 2831 (daher auch wol genande, welches mit sande (Praet.) 3883 reimt, hier und im Reime auf 
rande 1069. 1079. 1319 anzunehmen ist), wät : trat 1261, fürt : slüc 1719, wüde : güde 2012.2750 
— und Part. Praet: gezalt : alt 625, erkant : lant D 2354. — Die einzige Ausnahme bildet die 
umgelautete, mit Suffix gebildete Form gesendet : Orendel 716. 1412 (8 m.) — dagegen gesant 
2656,61 . 3234.H 1976. D 3622. 
Für die md. Eigenthümlichkeit also, dass 1) der Umlaut auch in suffixlosen Perfectformen 
erscheint, 2) auch dreisilbige Perfecta ohne Umlaut Vorkommen, 3) der Conj. Perf. den Umlaut hat, 
wenn der Indicativ ohne denselben ist (s. W. § 371), — fehlt jedes Beispiel. — Der Reim kante 
(Conj.) : nante (Conj.) 859.1793 beweist weder für, noch gegen den Umlaut. 
Apokope des e begegnet nach langer Silbe in vast 16 : daz, leit 36 : bereit, wat 1261 : 
trat und fürt 1719 : slüc. 
Als bemerkenswerth führe ich an, über 
sin: als Form des Imperativs ist durch beide Recensionen, aber nicht im Reime bezeugt : 
bis H 1392, D H 3565. — Der Infinitiv lautet meistens sin, doch auch wesen, im Reime 1465. 
1671 : genesen; beide Formen begegnen z. Th. nahe bei einander, z. B. 1796.7: 
Doch so müst dü min here sin 
Jr solt wesen kuninc unde here. — Das Part. Praet. lautet gewesen 2178 : vergeben 
(bair. und md. seit dem XII. Jahrh. s. W. § 348). 
hän: Praes. 1. S. hän 3350 : man. — 3. S. hat 477 : wat, 882 : stät, 1587 : rät und 
öfter. — i. PI. hän 954. 1106. 1288 : Mercian, 2558 : Sudan und — haben 1776 : grabe. — Sehr
	        
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