Full text: (Band XXVI.)

ö steht gemeind, uo gegenüber, ü gemeind, uo und iu. 
2. Consonantismus. 
Für gemeind, b ist inlautend die Medialaspirata v wahrscheinlich. 
b auslautend ward häufig zu p, seltener zu f. 
p machte die Verschiebung zu f mit, doch scheint es sich gemeind, ph. gegenüber gehalten 
zu haben. 
d ist nicht zu oberd. t verschoben, auslautend ward es zu t verhärtet. 
Altes t gegenüber oberd. z lässt sich in einigen Stellen nachweisen. 
Die dem fränk. eigene Apokope des t findet auch im Or. Statt. 
sc scheint noch im Gebrauch gewesen zu sein. 
r : Die md. Form here herrscht ohne Ausnahme. 
g für j ist unsicher, für h gewiss. — Die palatale Natur des g bewirkte Schwund desselben, 
auslautend ward es zum Theil zu ch, z. Th. scheint es zu k verhärtet zu sein. 
Die dem md. eigenthümliche Verschweigung des h, besonders vor t, finden wir auch im 
Or. j auslautend geht es in die Gutturalfricativa über. 
II. Formenlehre. 
Für die Formenlehre habe ich wegen der Ungenauigkeit des consonantischen Elements im 
Reim, besonders der überstehenden n, nur wenig beizubringen, ohne auch das Gebiet erschöpfen 
zu wollen. Hauptaufgabe ist, das anzuführen, was den Dialect als solchen, abgesehen von den 
besonderen Eigenthümlichkeiten des Dichters, zu characterisieren im Stande ist. 
Der Dativ Sg. des neutralen Adjectivs geht auf em aus in alle7« : vallen 1342. 
Die Substantiva sind der Apokope abgeneigt. — Nach kurzer Silbe und Liquida ist nicht 
apokopiert in himele (Dat. Sgl.) : nidere 1403. 1689. 2045. 2817 und segele (Acc. PI.) : ebene, 
dagegen in nagel (Acc. PI.) : geslagen 3813 und nach langer Silbe in win (Dat.) : sin 1373 (sonst 
stets wW) und plan (Dat.) : lobesam H, vreisam D 1385. 
Apokope des adverbialen e begegnet in hart : sarch 85. 3197, es möchte denn 
sarclu? zu lesen sein, s. p. 69. - Im Uebrigen hat Or, die vollen adverbialen Formen, ent 
sprechend dem md. Dialect, welcher der Apokope mehr Widerstand leistet, als das oberd. 
Ueber die Flexion von man ist zu bemerken; Der Dat. Sg. lautet manne 2644empfangen, 
häufiger unflectiert man 1299. 1809. 1963, der Acc. man. -— N. PI. man. Gen. manne 1688 
D : bestanden, und man 2688 : gewan. — Dat. mannen 1906 ; dannen, 2702 : bannen u. s. w. 
Acc. man, und manne (mannen?) 3192 H : empfangen, 3095 ; umbfangen (wenn nicht manne in 
letzter Stelle Gen. ist.) 
Pronomina. Die nd. Formen mi für mir und mich, di für dir und dich, wi für wir 
begegnen im Or. nicht, wir können dagegen mich 147 : stich, 2381 D : trürich (und dich 561 
D : ich) nachweisen. — Der Dativ Masc. des Pronomens dritter Person liegt unverkürzt vor, noch 
verstärkt durch Verdoppelung des m : imme : pfenninge 673 ; kuniginne 3161. — Für das 
Demonstrativpronomen der ist vielleicht durch einen glücklichen Zufall die echte md. Form die 
(aus de) erhalten, v. 1706: 
Im half unser here und die trehtin. 
Ich vermuthe, dass U „die trehtin“ auf die Jungfrau Maria bezogen, „und“ zugesetzt hat? 
Hagen klammert [die] ein. 
Verbum. Die erste Person Sg. scheint auf —en auszulauten, doch gestatten die Reime 
kein sicheres Urtheil; es sprechen dafür; ich sagen : magen H 160. ich nennen ; erkennen H925.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.