Full text: (Band XXIV.)

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so hat also der Fremdkörper folgenden Weg genommen: Derselbe ist über den Nasenrücken des 
Verletzten hinweg in die Sclera gedrungen, da, wo der Muse. rect. int. sich ansetzt, hat nach dem 
Durchschlagen dieser seinen Weg ziemlich horizontal durch den Glaskörper fortgesetzt, durchbohrte, 
an der Retina angelangt diese, ricochettirte von dieser grade nach vorn und unten und kam am 
Rande des Ciliarkörpers zur Ruhe. 
X. Fall. 
Am iS. Juli 1876 wurde der 33 J. alte Frit z Fosch e ra in die Augenklinik aufgenommen, 
nachdem 14 Tage vorher, während ein an seiner rechten Seite stehender Bekannter eine Salon 
büchse abfeuerte, ihm ein Stück Zündhütchen ins rechte Auge gedrungen war. Sofort nach der 
Verletzung hatte das Sehvermögen bedeutend abgenommen; alsbald nachher erlosch dasselbe 
gänzlich und heftige Schmerzen traten auf. 
Bei der Untersuchung fand man: 
Die Conj. und subconjunctivalen Gefässe, besonders die des Limbus sind intensiv injicirt; 
die Iris ist graugelb verfärbt, die Pupille nach Atropin mässig erweitert; unten in der vorderen 
Kammer ein ganz schmales Hypopyon; die Venen des Circulus minor Iridis stark ausgedehnt; 
der Augenhintergrund scheint nur bei Auswärtsdrehung des Auges noch durch; von innen her 
legt sich eine grosse Flocke vor das Pupillargebiet. Das linke Auge ist seit frühester Jugend 
amblyopisch, Sehschärfe beträgt -%ou u. ist Astigmatismus vorhanden. 
Am 19. Juli wurde wegen Reizung des linken Auges das verletzte rechte enucleirt. 
Die Section des gleichfalls in Spiritus erhärteten Präparates ergiebt: In der Sclera 3 mm. 
weit vom äussern Hornhautrand entfernt etwas unterhalb der horizontalen Mittellinie des Auges 
ein kleines Loch; im Aequator des Auges etwas oberhalb der horizontalen Mittellinie und nach 
der nasalen Seite hin befindet sich ein röthliches Exsudat, etwas rechts von der verticalen Mittel 
linie sitzt in der Gegend der Ora serrata in der unteren Hälfte des Auges ein zweites Exsudat, 
in dessen Tiefe der Fremdkörper fühlbar ist. 
In diesem Falle hatte also der Fremdkörper nach dem Durchschlagen der Sclera seinen 
Weg durch den Glaskörper in geringer aufsteigenef schräger Richtung fortgesetzt, nach Verletzung 
der Netzhaut auf der gegenüberliegenden Seite, was ein Extravasat nach sich zog, dieselbe wieder 
verlassen, um schräg nach unten vorn in die Gegend der Ora serrata nahe der verticalen Mittel 
linie zu dringen und hier seine bleibende Stelle einzunehmen. 
Am Ende meiner Arbeit ergreife ich die Gelegenheit, meinem hochverehrten Lehrer, dem 
Herrn Professor Volkers für seine gütige Unterstützung und Ueberlassung des Materials meinen 
■tiefgefühlten Dank auszusprechen.
	        
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