Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1877 (Band XXIV.)

Die angewandte Therapie bestand in Atropin, Druckverband, Sublimat, Bettruhe und 
Blutentziehung. 
Am 25. Nov. ist die Pupille weit auf Atropin, die pericorneale Injection aber noch sehr 
jntensiv, dagegen haben die Schmerzen ein wenig nachgelassen. Bis zum 2. Dec. war dasselbe 
der Fall und war ebenfalls die Limbusinjection geringer geworden. 
Den 9. Dec. klagt. Pat. über Lichtscheu des linken Auges, doch war hier nichts nach 
zuweisen; die Limbusinjection des rechten Auges ist bedeutend geringer. 
' Den 12. Dec. giebt Pat. an, die letzte Nacht einen sehr heftigen Schmerzanfall gehabt 
zu haben; vorhanden ist starke Lichtscheu und heftige Thiänensekretion, die Pupille ist enger und 
die ganze Conj. sclerae wieder stark injicirt. Am 19. Dec. ist der Anfall noch nicht ganz vorüber, 
dagegen hatte die Injection der Conj. etwas nachgelassen. 
24. Dec. An der Peripherie wird der Bulbus wieder blasser; die Schmerzen sind nur 
noch gering, die Pupille ist gut erweitert; bei auffallendem Tageslicht sieht man die abgelöste 
Retina flottiren. 
Am i. Jan. 1874 konnte notirt werden; der Pat, klagt nur selten über ganz leichte 
Ciliarneuralgieen und am 5. Jan: der Bulbus wird blasser, ist reizlos, kaum druckempfindlich; im 
untern Abschnitt des rechten Auges sieht man die abgelöste Retina als weissliche Prominenz. 
Am 16. Jan. treten leichte Reizercheinungen, Thränenfluss und zweifelhafte Druck 
empfindlichkeit des linken Auges auf; der Limbus ist jedoch nicht injicirt; es wird deshalb das 
Auge hin und wieder atropinisirt. 
Den 23. Jan. 74 ist das linke Auge wieder frei, das rechte zeigt keine Veränderungen, 
ist aber noch druckempfindlich besonders aussen oben. 
Im Laufe der nächsten Tage treten hin und wieder noch leichte Ciliarneuralgieen auf 
und der rechte Bulbus nimmt eine quadrate Form an. 
Am 13. Febr. stellt sich Abends plötzlich ein heftiger Anfall von Ciliarneuralgieen ein, 
der durch Atropin gelindert wird; dasselbe ereignet sich in den nächsten drei Tagen, wählend 
welcher auch das linke Auge anfängt zu thränen und lichtscheu zu werden. Es wird deshalb am 
17 Febr. (1877) der rechte Bulbus enucleirt. Bald nach der Operation ist das linke Auge von 
Reizerscheinungen frei geblieben. 
Der Sektionsbefund des in Spiritus erhärteten Bulbus war folgender: In der Sclera, dem 
Ansatzpunkt des musc. rect. int. entsprechend eine ziemlich grosse langgezogene Narbe. Etwas 
unterhalb der Papille nervi optici und etwas nach der temporalen Seite hin befindet sich in der 
Retina ein kleines kaum stecknadelkopfgrosses rundes Loch, so aussehend, als wenn es mit dem 
Locheisen aus ihr herausgeschlagen wäre. Pie Umgebung des Loches ist nicht verändert. In der 
rechten Hälfte des Bulbus nahe der verticalen Mittellinie liegt am untern Rande des Ciliarkörpers 
in festen Exsudatmassen eingebettet, ein kleiner Fremdkörper. 
Da der das Kinderpistol Abschiessende von dem Verletzten, welcher hinter einem 
Ladentische sich befand, ziemlich weit vorn links stand *an der vorderen Seite des Ladentisches
	        
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