vom Körper vollständig ab (g) und lässt mit Leichtigkeit eine feine Sonde in die sinus sphenoi-
dales gelangen.
Diese beiden, seitlich vom Körper verlaufenden Spalten (f und g) entsprechen den
Trennungslinien, die normaler Weise noch beim Neugebornen zwischen Keilbeinkörper und
grossen Flügeln bestehen. Das foetale Keilbein bildet sich nämlich aus vier Stücken:
1) dem vorderen Theil des Körpers mit den kleinen Flügeln,
2) dem hinteren Theil des Körpers,
3 und 4) den grossen Flügeln.
Die Gaumenflügel stehen mit den grossen Flügeln in Verbindung J ) Denkt man sich
nun die grossen Flügel sehr schwach entwickelt oder in ihrem Wachsthum zurückbleibend, so wird
der Körper verhältnissmässig breiter werden können, und wenn der Verknöcherungsprocess früh
zeitig ganz sistirt, so wird eine Vereinigung der einzelnen Theile gar nicht zu Stande kommen.
Im übrigen erscheint der Schädel normal, das tegem tymp. ist gut entwickelt, ebenso die proc.
orbit, oss. front., die Stirnhöhlen nicht eröffnet.
Das Schädelstück gehörte einem 25 jährigen Arbeiter an, der an mehreren encephalitischen
Erweichungsheerden zu Grunde ging. Das Schädelgewölbe war ziemlich dünn, mit zahlreichen
P ach ionischen Granulationen und Gefässfurchen an der Innenfläche, Hirnsubstanz weich, sehr feucht,
mässig blutreich, Seitenventrikel mässig ausgedehnt. Jm linken Unterlappen erschienen die Windun
gen an der Basis breiter und weicher. Wie ich höre, hat der Besitzer des Schädels lange Zeit an
Geistesstörungen gelitten.
Dieser Schädel war mir um so interessanter, als an einem anderen der hiesigen Sammlung
durch einen cariösen(?) Process ein ganz ähnlicher, nur noch bedeutenderer Defect entstanden ist.
Die kleinen Flügel fehlen vollständig, es sind aber noch die früheren Verbindungsstellen mit den
grossen Flügeln und den partes orbit, oss. front, durch einige zackige Linien angedeutet. Der
proc. clinoid. ant. ist links ganz zerstört, rechts nur ein spärliches Rudiment desselben erhalten, die
fissura orbit, sup. links 4 Ctm. lang, 1, 8 Ctm. breit, rechts kleiner. Der linke grosse Flügel
an seiner Cerebal- und Temporalfläche wie ausgenagt, mit zahlreichen Löchern und unregelmässigen
Osteophytauflagerungen, der rechte ziemlich gut erhalten, an seiner Basis ebenfalls zernagt; der
Körper sehr porös, doch seine Contouren erhalten. Auch hier dieselbe Abplattung, derselbe ununter
brochene Uebergang aus der vorderen in die mittlere Schädelgrube; der noch erhaltene Rest der
proc. orbit, oss. front, stark entwickelt, die Stirnhöhlen nicht eröffnet. — Der Schädel stammt
von einem noch nicht 7 jährigen Kinde, bei dem der Zahnwechsel noch nicht eingetreten war.
Leider fehlen alle genaueren Angaben.
') s. Henle’s Anatomie. Band I, Abthlg. I. 1871. S. 124.

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