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der einen derartigen Handel betreibe. Allein eine Einigung darüber, wie weit der Begriff der
Contrebandewaren auszudehnen sei, insbesondere ob er auf Waffen und Munition zu beschränken
sei, oder ob man für ihn eine allgemeine Formel wählen solle, wie die von Vidari vorgeschlagene 26 );
»alle Gegenstände, welche hauptsächlich und direct zum Kriege dienen«, ist nicht erfolgt, und
Westlake hielt sogar an seiner Ansicht fest 27 ), wonach ein prinzipieller Unterschied zwischen
Contrebandewaren und anderen nicht existirt. Auch der Beschluss 28 ), welcher schliesslich in der
Plenarsitzung des Jnstituts am 31. August 1875 im Haag gefasst wurde, der Proclamirung des
Prinzips der Freiheit des Privateigenthums zur See die Einschränkung beizufügen ;
»J1 est etendu que, conformemcnt aux principes generaux qui doivent regier la guerre
sur mer aussi bien que sur terre, la disposition precedente n’est pas applicable aux
navires marchands qui, dircctcment ou indircctcment, prennent part ou sont destines ä
prendre part aux hostilities«.
giebt eine befriedigende Lösung der Frage nicht, da er zu unbestimmt gefasst ist, um als feste
Grundlage für ein künftiges völkerrechtliches Gesetz dienen zu können.
Zweiter Theil.
Prinzipielle Darstellung.
§ 13.
Einleitung
Fassen wir das Resultat der historischen Untersuchung in kurzen Zügen zusammen,
so ergiebt sich Folgendes;
Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts finden sich irgend welche auf allgemeiner An
erkennung beruhende Regeln über den Handelsverkehr Neutraler mit Kriegführenden nicht.
Vielmehr suchen einerseits die kriegführenden Staten den Neutralen womöglich allen Handel mit
hren Gegnern zu verbieten und unmöglich zu machen , andrerseits die Neutralen diesen Handel
von jeder Einschränkung durch den Krieg zu befreien, und jeder Stat erstrebt, je nachdem er am
Kriege betheiligt ist oder nicht, bald die Durchführung des einen, bald die des andern Grundsatzes.
Seit Anfang des T7. Jahrhunderts bildet sich durch Verträge zwischen den einzelnen
Staten allmählig der Rechtsgrundsatz aus, dass die Zufuhr von Waffen, Munition und anderen im
Kriege dienlichen Waren an einen der Kriegführenden nicht statthaft sei, und dass der dadurch
Geschädigte das Recht habe, derartige Waren zu confisziren und den Ucbcrbringcr derselben
2li ) Ibi pg. 606.
’■) Ibi PK- 60 5 ; vgl. seine Abhandlung in der Revue, tome II pg. 614 (T : „Est il desirable de prohiber 1'export-
tation de la contrebamle de guerre ?“
2S ) s. Annuaire de l’institut de droit international (premiere nnnee) 1877, pg. 115 (if, pg. 138 f.

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