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Wirkung der reinen Salicylsäure schliessen zu dürfen, dass auch in diesen Fällen
der Erfolg nicht ausbieiben dürfte.
Bei allen von mir mit Natr. salicyl. behandelten Patienten habe ich die
Beobachtung gemacht, dass mit dem durch dasselbe bewirkten Sinken der Temperatur
auf oder unter die Norm das subjective Wohlbefinden sich bedeutend hob. Es er
folgte namentlich, wenn das Mittel während des Ansteigens des Fiebers gereicht und
dadurch zur Zeit, wo sonst die höchste Tagestemperatur zu sein pflegt, ein Abfall
erheblichen Grades erreicht war, dann meistens in der Nacht ein erquickender Schlaf,
so dass sich die Patienten beim Erwachen wie neu geboren fühlten und glaubten,
jetzt sei die Krankheit gehoben. Die P. (Fall I.) bat sogar nach dem ersten Fieber
abfall um die Erlaubnis, aufstehen zu dürfen, da sie ja wieder völlig hergestellt sei.
Es pflegte dann auch der Schlaf anhaltend besser zu bleiben, als er vorher gewesen
war. Das bis dahin meist etwas benommene Sensorium wurde freier, und es stellte
sich sogar reger Appetit ein. Namentlich die Frau H. (Fall VIII) klagte während
der fieberfreien Zeit über so enormen Hunger, dass sie durch die ihr verordnete,
nur aus flüssigen Nahrungsmitteln bestehende Typhuskost kaum zu sättigen war.
Genau geachtet habe ich bei allen Fällen auf das Verhalten von Puls und
Respiration.
Schon sehr bald, noch ehe ein erhebliches Sinken der Temperatur herbeige
führt war, bemerkte ich eine bedeutende Verlangsamung der Herzbe
wegungen. Mit der Abnahme der Pulsfrequenz gieng Hand in Hand eine grössere
Spannung und Füllung der Arterien. Am auffälligsten war mir dies Verhältniss bei
der eben citierten P. Bei der Aufnahme hatte dieselbe eine Pulsfrequenz von 136
in der Minute, dabei war der Puls klein und weich. Schon am folgenden Morgen
war bei einer Temperatur von 38,4 die Frequenz auf 88 gesunken, und am Abend
um 8 Uhr zählte ich 60 Pulse in der Minute; dieselben waren zugleich kräftig und
voll geworden. Aehnliche Resultate habe ich bei meinen übrigen Kranken gesehen,
und "'wie Herr Prof. Edt.efsen mir mittheilte, sind seine eigenen Beobachtungen in
dieser Hinsicht den meinigen entsprechend. Aus dieser Wirkung des Natr. salicyl.
auf die Herzaction Hesse sich vielleicht eine Indication für die Anwendung desselben
bei manchen Klappenfehlern des Herzens, namentlich der Insufticienz und Stenose der
Mitralis entnehmen, für die bis jetzt die Digitalis geradezu als Panacee angesehen
werden kann. Jedenfalls glaube ich, dass es immerhin eines Versuches würdig ist
Wesentliche Veränderungen habe ich auch in dem Verhalten
der Respiration beobachtet. Zuerst änderte Sich meistens die Frequenz der
Athmungsbewegungen wenig oder gar nicht; dagegen nahm sehr bald die Tiefe der
einzelnen Inspirationen auffällig zu. Erst allmählich nahm beides ab, so dass schliess
lich nach Verlauf längerer Zeit, oft erst nach 8 — 12 Stunden, vollkommen ruhiges

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